Die grüne Oase
Die grüne Oase
7. April 2017

Die Insel Ko Lan liegt nur sieben Kilometer vor Pattaya und ist von dort in kürzester Zeit problemlos zu erreichen. Die kleine Insel ist noch immer ein Geheimtipp, auch weil sie ein Paradies zum Tauchen und Schnorcheln ist.

Runde 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr – es gibt in der thailändischen Touristen-Metropole Pattaya wohl so gut wie keinen Moment, an dem nicht an irgendeinem Ort gerade eine Party gefeiert wird. Das quirlige Leben in der „sündigen Stadt“ kann bei dem ein oder anderen zwischen all dem Trubel leicht auch mal einen Fluchtreflex hervorrufen. Wer einen Tag voller Ruhe und Erholung sucht, der wird direkt vor der Haustür Pattayas fündig: Die Insel Ko Lan liegt nur gut sieben Kilometer von Pattaya entfernt und ist per Fähre oder Speed-Boot in kürzester Zeit problemlos zu erreichen.

Trotz der geographischen Nähe zu Pattaya ist die kleine Koralleninsel in vielerlei Hinsicht das komplette Kontrastprogramm. Je näher man dem Eiland kommt, desto mehr sticht einem das glasklare, türkisfarbene Meer ins Auge. Das Wasser ist so sauber, dass man sogar vom Boot aus metertief auf den Grund des Ozeans blicken kann. Feinen, weichen Sand bieten die insgesamt fünf Strände der Insel: Twaen Beach, Tong-lang Beach, Naul Beach, Samae Beach und Tien Beach. Und eines haben sie derzeit alle gemeinsam – sie sind ruhig und gemütlich, denn das Touristenaufkommen hält sich aktuell ziemlich in Grenzen. Der Grund: Nach dem Tod von König Bhumibol vergangenen Oktober ist Staatstrauer angesagt, für ein Jahr. Das gesellschaftliche Leben ist eingeschränkt.

Dies ist allerdings ganz nach dem Geschmack von Barry. Er ist Australier und kommt seit sieben Jahren regelmäßig nach Ko Lan: „Natürlich ist der Tod des Königs bedauerlich. Und angeblich steckt der Tourismus in Thailand ja schon seit Jahren in der Krise. Aber niemand erwähnt die Vorteile für uns übrig gebliebene Touristen. Ich finde es jedenfalls fantastisch, dass ich hier im Augenblick ungestört an einem fast menschenleeren Strand spazieren kann.“

Korallen bestaunen durch Boote mit Glasboden

Obwohl Ko Lan auf Thai „Kahle Insel“ heißt, erstreckt sich auf der etwa zweimal fünf Kilometer großen hügeligen Landschaft sattes Grün und blühende Vegetation. Die Insel verfügt über eine sehr gute Infrastruktur und bietet perfekte Voraussetzungen für so manche Aktivität. Neben Mountainbike-Fahrern kommen vor allem Wassersportler voll auf ihre Kosten: Ko Lan gilt als Paradies zum Tauchen und Schnorcheln. Einen der Tauch-Shops betreibt die 29-jährige Araya. Sie legt besonderen Wert darauf, dass Ko Lan sich vom schillernden Pattaya abhebt: „Zu uns auf die Insel kommen keine Partygänger. Wir möchten diesen Zirkus auch nicht. Natürlich sind wir auf die Touristen angewiesen, aber wir locken sie mit unserer ursprünglichen Natur und der Idylle.“

Neben den Unterwasser-Aktivitäten werden auch Segel-Turns, Jet-Ski-Fahren oder das unvermeidliche Banana-Boat in den Läden an den Stränden angeboten. Nicht zuletzt werden es passionierte Schwimmer genießen, in dem traumhaften Wasser ihre Bahnen zu ziehen. Wer die wunderschönen Korallen betrachten möchte, ohne dabei nass zu werden, kann das in einem der speziell mit einem Glasboden ausgestatten Boote tun.

Einer der Bootsführer, die die Touristen regelmäßig auf diese Entdeckungsreisen mitnehmen, ist Boonchob. Er lebt auf Ko Lan und fragt sich aktuell vor allem, wo die Europäer bleiben: „Im Moment leben wir von den asiatischen Touristen, in erster Linie aus Japan und China. In den vergangenen Jahren waren aber zu dieser Zeit viel mehr Europäer hier. Ich hoffe, dass es bald wieder einen Aufschwung gibt.“ Tatsächlich fällt auf, dass man auf Ko Lan derzeit nur wenige westliche Ausländer erblickt. Eine weitere finanzstarke Touristengruppe wird seit etwa fünf Jahren auf der Insel übrigens besonders umsorgt: Viele Russen haben den Reiz der Koralleninsel für sich entdeckt. Sie finden in fast sämtlichen der zahlreichen Restaurants an den fünf Stränden die Speisekarte inzwischen auch auf Russisch.

Wem ein Ein-Tages-Ausflug nicht reicht und wer den Charme der Insel auch am Abend genießen möchte, wird vor allem in der Nähe des populärsten Strands, Twaen Beach, momentan leicht eine Unterkunft finden. Für ein romantisches Tête-à-tête empfiehlt sich beispielsweise eins der malerisch eingerichteten Zimmer im „Sukkee Beach Resort & Restaurant“ direkt am Twaen Beach. Eine Nacht mit Frühstück und eigenem Liegesitz am Strand kostet saisonübergreifend etwa 2.000 Baht, das sind umgerechnet etwa 53 Euro.

Simon Grünke



Info

In Pattaya findet man das Bali Hai Pier ganz am Ende der Walking Street, von dort legen Boote täglich nach Ko Lan ab. Die Fähre kostet 25 Baht (circa 70 Cent) pro Person, sie benötigt etwa 45 Minuten und bringt die Besucher in der Regel zum Twaen Beach. Abfahrtzeiten sind 8, 9, 11 und 13 Uhr. Um 10 und 13 Uhr fährt eine etwas schnellere Fähre nach Ko Lan, die einen zum persönlich gewünschten Strand bringt. Für diesen Service werden 200 Baht (circa 5,40 Euro) pro Person berechnet. Wer es ganz eilig hat und gleichzeitig noch etwas erleben will, der kann auch in weniger als 15 Minuten mit einem Speedboat auf die Insel übersetzen. Der Spaß kostet 1.500 Baht (circa 40,80 Euro) pro Person, und es ist nicht zu empfehlen, eine solche Schnell-Fahrt nach einer eventuell durchzechten Nacht zu wagen. Das Boot springt nur so in Höchstgeschwindigkeit über die Wellen. Die einfachste und beliebteste Art, sich auf der Insel fortzubewegen, ist per Motorrad. Man kann entweder selbst eines mieten (400 bis 500 Baht, etwa zehn bis 14 Euro pro Tag) oder eines der überall anzutreffenden Motorrad-Taxis benutzen. Zurück nach Pattaya fahren die Fähren um 15 und 17 Uhr.



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