Unterwegs auf dem Wohlfühlschiff
Unterwegs auf dem Wohlfühlschiff
19. Mai 2017

Die Reederei „TUI Cruises“ möchte ihren Kunden viel Raum für individuelle Urlaubswünsche bieten. Während einer Kreuzfahrt mit der „Mein Schiff 3“ durch das westliche Mittelmeer wird schnell deutlich: Bei dem vielfältigen Angebot kommt wohl jeder der über 2.500 Passagiere auf seine Kosten.

Am Abfahrtstag heißt es um 22 Uhr auf Mallorca: „Leinen los!“. Das 2014 in Dienst gestellte, 293 Meter lange und 35,8 Meter breite „schwimmende Hotel“ legt ab. Viele zieht es bei dem sonnigen Wetter an den Außenpool. Mit seinen 25 Metern Länge zum Bahnenschwimmen gilt er als „Innovation in der Kreuzfahrt“. An der „Unverzicht Bar“ nebenan gibt es zahlreiche Cocktails, die – wie die meisten Getränke und Speisen – übrigens alle inklusive sind. Insgesamt zählt das Schiff zwölf Bars und Lounges.
Unser Tipp: die „Himmel & Meer Lounge“ am Bug auf Deck zwölf. Dort kann man auf gemütlichen Sitzelementen Platz nehmen, durch die Panoramafenster am Tag bis zum Horizont und nach Sonnenuntergang auf den Sternenhimmel blicken.

Bei Familien mit Kindern beliebt ist die „Meerleben Bar“ auf Deck vier mit einer interaktiven Ausstellung zum Ozean und Schifffahrtswesen. Originell ist auch die virtuelle Band, die die Passagiere in der „TUI Bar“ auf einer großen LED-Wand musikalisch unterhält. Wer dagegen lieber bei einer frischen Brise ein kühles Getränk genießen möchte, ist in der „Außenalster Bar“ am Heck des Schiffes an der richtigen Adresse. Kapitän Dimitris Papatsatsis hat dagegen einen ganz anderen Lieblingsplatz an Bord: die „Café Lounge“. „Hier ist es am späteren Abend sehr schön und ruhig“. Gegen Aufpreis sind hier internationale Kaffee-Spezialitäten und selbst gemachte Pralinen erhältlich.

Ajaccio auf Korsika ist die erste Station der Reise. Wer hier auf den Spuren Napoleons wandeln möchte, kann die Innenstadt bequem zu Fuß erreichen und dort zum Beispiel das Geburtshaus des französischen Kaisers besuchen. Auch zu idyllischen Badebuchten ist es nicht weit.

Von Civitavecchia, dem nächsten Zwischenstopp, führen dagegen fast alle Wege nach Rom. Die Teilnehmer haben die Wahl zwischen einer geführten Tour, die die Möglichkeit bietet, ohne Wartezeit zu vorgebuchten Einlasszeiten die Haupt-Sehenswürdigkeiten wie das Kolosseum zu besichtigen, oder einem Transfer für individuelle Erkundungen.

Fitness und Entspannung im „Spa & Sport“-Bereich

Wer dagegen einfach mal entspannen und die Seele baumeln lassen möchte, hat dazu im zirka 1.700 Quadratmeter großen „Spa & Sport“-Bereich ausreichend Gelegenheit. Der Zugang zur Saunalandschaft im asiatischen Ambiente mit Meeresblick ist im Reisepreis enthalten. Verschiedene Kosmetik- und Wellness-Anwendungen sowie Workshops und Personal Trainer können zusätzlich gebucht werden. Das umfangreiche Angebot an Sportmöglichkeiten reicht vom Indoor-Fitnessstudio mit Kursprogramm bis zu Freiluft-Alternativen wie einer Jogging-Strecke und einer Arena für verschiedene Ballsportarten. Aber nicht nur an Bord, sondern auch an Land können sich Sportfans austoben. Hier gibt es unter anderem spezielle Rad- und Rafting-Touren.

Nach ausgedehnten Sightseeing- und Shopping-Touren machen es sich viele erst mal in ihren 1.250 Kabinen gemütlich. Über 80 Prozent von ihnen besitzen übrigens einen Balkon. Die Wohnräume fallen relativ großzügig aus und bieten Extras wie eine Espresso-Maschine oder einen interaktiven Fernseher mit Infos rund um die Reise.

Auch zwei französische Häfen werden von der „Mein Schiff 3“ angelaufen: In La Seyne empfiehlt Ausflugs-Managerin Martina Schaumlöffel eine Tour nach Aix-en-Provence, wo man ein bisschen in das alltägliche Leben der Region schnuppern könne. Zudem gibt es einen Boot-Shuttle-Service nach Toulon, der Hauptstadt des französischen Departements Var. „Mir persönlich gefällt Monaco sehr“, verrät Kapitän Dimitris Papatsatsis sein persönliches Lieblingsziel auf dieser Reise. „Da sollte man aber besser kein Geld und keine Kreditkarte dabei haben“, ergänzt er mit einem Lachen. Aber schon ein Blick in das berühmte Casino und ein Bummel durch die Straßen voller Edelmarken-Geschäfte lohnen sich. Nicht nur in der Grande Nation, sondern auch an Bord der „Mein Schiff 3“ kann man essen wie Gott in Frankreich – und das an jedem Reisetag. Wer sich rundum verwöhnen lassen möchte, ist in den drei „Atlantik“-Restaurants am richtigen Ort. Im „Atlantik Klassik“ wird neben einem Schlemmer- auch ein „Ganz schön Gesund“-Menü serviert. Im „Atlantik – Eurasia“ dominiert dagegen asiatisch angehauchte Kost auf der Speisekarte. Besonders beliebt ist das „Atlantik – Mediterran“ mit südländischer Kost. Gerade hier sollte man etwas Zeit mitbringen, um noch einen freien Tisch zu ergattern.

Schlemmen in elf Restaurants und Bistros

Insgesamt haben die Gäste der „Mein Schiff 3“ die Auswahl zwischen elf Restaurants und Bistros. Für diejenigen, die es lieber unkompliziert mögen, darf mit dem „Anckelmannsplatz“ auch ein auf anderen Kreuzfahrtschiffen weit verbreitetes Selbstbedienungs-Restaurant nicht fehlen. Für Nachtschwärmer bietet zudem das „Tag & Nacht Bistro“ rund um die Uhr Snacks wie Pizza und Currywurst. Und für diejenigen, die den Urlaubstag lieber entspannter angehen lassen, gibt es außerhalb der regulären Frühstückszeiten die „Backstube“ mit frischen Brötchen, süßen Teilchen und Sandwiches. „Wir backen 24 Stunden am Tag“, sagt Küchenchef Christian Gossak. Neben den All-Inclusive-Restaurants befinden sich an Bord mehrere Spezialitäten-Restaurants, deren Besuch mit Extrakosten verbunden ist.

Barcelona, der nächste Hafen der Route, nutzt der Proviantmeister, um Obst und Gemüse frisch hinzuzukaufen. Die Passagiere wandeln derweil auf Gaudís Spuren durch die spanische Metropole oder spazieren über die lange Promenade „La Rambla“. Doch nicht nur die Gäste, sondern auch die rund 1.000-köpfige Crew freuen sich auf die Über-Nacht-Liegezeit. Einige von ihnen nutzen die seltene Gelegenheit, sich ins Nachtleben zu stürzen. Aber auch an Bord der „Mein Schiff 3“ wartet ein abwechslungsreiches Entertainment-Programm auf die Passagiere. Wer aufwendig inszenierte Shows mag, fühlt sich sicher im 1.100 Plätze umfassenden Theater wohl. Die sieben Programme, die auf der zehntägigen Route aufgeführt werden, reichen von dem neuen Deutschrock-Abend „Ich mach mein Ding“ über eine Musical-Gala bis zu einem Comedian-Harmonists-Special. Schon die Eröffnungs-Revue „Blue Elements“ zeigt eindrucksvoll, welch moderne Technik im Theater steckt.

In der Geschichte um die Liebe zwischen Land- und Wasserwesen fliegen Akteure über den Köpfen der Besucher durch die Luft, LED-Wände fahren über die Bühne, Filmeinspielungen lassen die Welt der Ozeane aufleben. „Das ist die aufwendigste Inszenierung an Bord“, sagt Theater-Managerin Bianca Berndt-Putschank. Fast das gesamte, über 20-köpfige Ensemble aus Sängern, Tänzern, Artisten und Schauspielern ist im Einsatz.

Klassikfans zieht es dagegen eher ins „Klanghaus“. Das Ozeana Streichquartett gibt auf der Reise in der laut Reederei „ersten kammermusikalischen Philharmonie auf See“ immer wieder Konzerte. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass der 270 Quadratmeter große Saal komplett mit Holz verkleidet ist. Da dieses jedoch wegen der Brandgefahr auf See nicht erlaubt ist, wurde der Raum mit täuschend-ähnlichem feuerfestem Material gestaltet, erklärt Klanghaus-Manager Sven Rahmsdorf. Drei unterschiedliche Soundsysteme sorgen dafür, dass die Zuhörer dennoch das Gefühl haben, in einem „echten“ Konzerthaus zu sitzen. Das „Klanghaus“ wird jedoch nicht nur für klassische Konzerte, sondern auch für Theater, Comedy und Vorträge vielseitig genutzt.

Kurz vor Ende der Reise steuert die „Mein Schiff 3“ einen weiteren Hafen an, der laut Kapitän Dimitris Papatsatsis für viele Gäste zu den Höhepunkten der Route gehört: Ibiza. Vom Trubel in den Bars bis zu stillen Buchten reicht hier die Erlebnispalette. „Der September ist ein guter Monat, um hierher zu kommen“, weiß Reiseleiter Miguel. Ende der 60er-Jahre enterten Hippies die Insel. Heute ziehen die zahlreichen Festivals Musikfans aus der ganzen Welt an. Auf Ibiza bietet die Reederei übrigens – wie auch in weiteren Häfen – einen kostenpflichtigen Shuttle-Bus ins Zentrum für individuelle Erkundungen an.

In Palma de Mallorca geht am nächsten Tag die abwechslungsreiche Reise zu Ende. Wer sich von dem Wohlfühlschiff nicht gleich wieder ins Abreisegetümmel stürzen möchte, kann seinen Urlaub in der Inselhauptstadt noch etwas verlängern. Bei einer geführten Tour besuchen die Teilnehmer unter anderem die Kathedrale und Schloss Bellver. Auch einen Abstecher in eine der zahlreichen Tapas-Bars sollte man nicht versäumen.

So unterschiedlich ihre Erlebnisse in den vergangenen zehn Tagen auch waren – die meisten Passagiere wirken bei der Abreise gut erholt und entspannt. Aber auch für Kapitän Dimitris Papatsatsis steht fest: „Ich fühle mich auf der ,Mein Schiff 3‘ mehr als wohl.“ Und das, obwohl er hier arbeitet. „Ich mache diesen Job nicht nur des Geldes wegen“, fügt er hinzu. „Das ist mein ganzes Leben. Auch die Stimmung des Schiffes ist sehr schön.“

Christina Korb-Völke und Marko Völke

Weitere Informationen unter: www.tuicruises.com.



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