CD-Tipp: Gesundes Selbst­vertrauen
CD-Tipp: Gesundes Selbst­vertrauen
17. März 2017

„We‘re the last Rock‘n‘Roll-Band“, behaupteten Natural Child selbstsicher bei einem ihrer letzten Interviews und meinen es, wie sie es sagen. Ein Selbstvertrauen, typisch für den Rock und doch mit einem Hauch Selbstironie. So sind sie, die drei Musiker aus Nashville und das ist vielleicht auch der tragenden Musikgeschichte ihres Gründungsortes geschuldet und ein bisschen der Tatsache, dass sie beim Haschkekse essen beschlossen hatten, eine Band zu werden.

Doch die Band kann mehr als nur Kekse essen und quatschen, sie weiß ordentlichen Rock vorzuweisen. Seth Murray, Zack Martin und Wez Traylor schaffen mit dem nun zweiten Studioalbum, „Okey dokey“, eine stimmige Mischung aus Southern Rock, Garage und Blues auf eine Platte zu bringen. Die Mischung ist zwar nicht neu und längst von anderen Bands aus dem Genre bekannt, doch trotzdem versprühen die Songs Enthusiasmus und  besitzen viel Potenzial, immer wieder rein zuhören.

Tracks wie „Now and Then“ machen schnell deutlich: Hier haben drei Jungs wirklich Musik im Blut. Ein bisschen klingt die Stimme von Murray dabei wie die vom jungen Mick Jagger. Gespickt mit schweren Blues-Gitarren und einem alten Piano wird daraus treffsicherer Kneipen-Blues vom Feinsten. Da wäre auch die Rock-Legende Jagger nicht beleidigt, wenn sich hier Vergleiche zu seinen Anfangsjahren auftun. Ganz lässig nebenbei verbreitet das Trio in den Liedtexten dann Themen wie den aktuellen NSA-Abhörskandal („NSA Blues“), und nimmt damit neben Klassikern wie der Liebe und dem wilden Leben auch aktuelles Zeitgeschehen gerne mit auf. Damit sich der Sound noch runder anhört, durften bei Album Nummer zwei nach dem ersten Erfolg „Hard in heaven“ auch Gastmusiker ihre Finger schwingen und sich im Studio austoben. Mit dabei sind hier unter anderem Musikgrößen wie Benny Devine und Luke Schneider.

Insgesamt eine sehr gelungene Scheibe, bei der man gern mehr als einmal hinhört und sich tragen lässt von den gewollt lässigen Klängen gepaart mit schweren Orgel-Momenten, und dann wieder leicht und fast swingend.

Rina Keest





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