Kulturverführung
Kulturverführung
16. Juni 2017

Buchvorstellung: Er ist eine der ungewöhnlichsten Schriftstellerpersönlichkeiten, die dieses Land hervorgebracht hat, selbiges gilt auch für sein Werk, das kann man ohne Übertreibung sagen. Arno Schmidt ist 1914 in Hamburg geboren, 1979 in Celle gestorben. „Zettel’s Traum“, 1970 erschienen, gilt als sein Hauptwerk und ist mit dreispaltig angeordnetem Text alleine dadurch ungewöhnlich zu lesen. Ein großformatiger Band, 456 Seiten stark mit 850 Farbabbildungen nähert sich mit Passagen aus Arno Schmidts Werk, Auszügen aus Tagebüchern von Arno und Alice Schmidt sowie Kommentaren von Kollegen und Freunden einer eigenwilligen Schriftstellerexistenz. „Arno Schmidt. Eine Bildbiographie“, Lesung und Gespräch mit Fanny Esterházy, Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma, Montag, 19. Juni, 20 Uhr, Eintritt frei, Saarländisches Künstlerhaus, Karlstraße 1, 66111 Saarbrücken.

Foto-Workshop: „Ein gutes Foto macht nicht die Technik, sondern das Auge.“ Ganz meine Meinung. Nicht jeder kann sehen oder tut das. Eine Bekannte von mir sieht immer Figuren oder Tiere in den Wolkenformationen und fotografiert sie. Ich kann auch sehen, manchmal. Wenn ich dem Alltag erlaube, mich mit Reizen zu überfluten, sehe ich allerdings wenig bis gar nichts. „Wir begeben uns auf eine Entdeckungsreise, um das bewusste Sehen zu trainieren.“ Sowas mag ich. „In diesem Kurs geht es ausschließlich um Bildgestaltung, nicht um Fototechnik.“ Das ist richtig für alle, die Interesse an gestalterischer Fotografie haben! „Die kleine Seh-Reise“, Wochenendkurs mit Fotodesignerin Anne Helmer, Samstag, 24. Juni, 10 bis 16.30 Uhr und Sonntag, 25. Juni, 10 bis 15 Uhr, 95 Euro, IBB, Talstraße 8-10, 66119 Saarbrücken, Auskunft: VHS, Telefon: 0681-5064343.

Musik: Eines der berühmtesten Vokalensembles der Welt kommt: Die King’s Singers. Die Stimmen-Zusammensetzung mit zwei Countertenor-Stimmen, einem Tenor, zwei Baritons und einem Bass ist seit Gründung 1968 aus dem King’s College Cambridge unverändert. Die jungen Herren sind viel in der Welt unterwegs – smart schauen sie aus, diese sechs Briten. Ich habe Fotos gesehen. Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? Etwas, was auch immer, gut zu können, genügt heutzutage nicht mehr. Ich kenne einen Konzertveranstalter, der die Orchestermitglieder castet. Die blonde Geigerin engagiert er, die dunkelhaarige, die besser spielt, schickt er nach Hause. Der behauptet ungeniert, dass er Träume verkaufe. Diese Welt ist verrückt. Auch in der Kunst. Oder gerade dort? Die britischen Vokal-Virtuosen sehen gut aus und können gut singen. „The King’s Singers“, Freitag, 30. Juni, 19.30 Uhr, Kirche St. Hildegard, Hildegardstraße 1, 66386 St. Ingbert, Karten: 33/ermäßigt 22 Euro an den VVK-Stellen und unter www.ticket-regional.de.

Michaela Auinger

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