MEIN BÜRO
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17. Februar 2017

Martin Stock (53)
Geschäftsführer Fleischer-Innung Berlin | Berlin-Moabit

In Martin Stocks Büro, gelegen in einem weitläufigen Moabiter Gewerbehof, türmen sich Akten, Unterlagen und Fachzeitschriften. Mittendrin verborgen finden sich historische Schätze wie das Buch „Die Kunst im Fleischerhandwerk“ von 1932, in dem appetitlich angerichtete mit Rosen dekorierte Schweinsköpfe zu sehen sind, oder ein Meisterbrief von 1887 von Wilhelm Karl Oppen. Seine Fleischerei in Weißensee ist in der achten Generation in Familienbesitz und die älteste Fleischerei Berlins. In der Hauptstadt wird zwar viel Fleisch gegessen. Doch Fleischerfachgeschäfte im traditionellen Sinne machen sich rar. Nur etwa 60 existieren davon noch in Berlin. Sie versuchen mit Qualität zu punkten, doch die Konkurrenz ist groß: Die Supermarktketten haben teilweise bis 24 Uhr geöffnet und bieten Fleisch zum Schnäppchenpreis. Bei dieser Entwicklung will der Politikwissenschaftler, der auch in der FDP aktiv ist, nicht tatenlos zusehen. Der gebürtige Bamberger, der sich auch nach 20 Jahren Berlin sein urfränkisches Naturell bewahrt hat, krempelt die Ärmel hoch und kämpft gegen Preisdumping und das Negativ­image des Berufsstandes. Das Fleischerhandwerk habe ganz zu Unrecht einen schlechten Ruf: „Wir sind nicht nur die Tiertodmacher.“ Der anspruchsvolle Beruf erfordere Kenntnisse in vielen Bereichen von der Lebensmittelhygiene über die Finanzkalkulation bis hin zum Marketing.

Daniela Noack

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