MEIN BÜRO
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28. Juli 2017

Elisa Marchese (35)
Leiterin „Wiedereinstieg“ im Frauencomputerzentrum Berlin (FCZB)

Auf dem Schreibtisch steht ein Schwarz-Weiß-Foto der berühmten sizilianischen Mafia-Fotografin Letizia Battaglia. Es zeigt eine junge Italienerin mit einem Fußball unter dem Arm. Auch Elisa Marcheses Vater stammt aus Sizilien. Die Diplom-Soziologin hat etwas übrig für Frauen, die sich von Rollenklischees nicht einengen lassen. Feministin war die in Deutschland geborene Halbitalienerin schon immer. Ihr größtes Anliegen: die Chancengleichheit. Gerade auf dem Arbeitsmarkt gibt es noch große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Auch qualifizierte Frauen haben es schwerer. Im FCZB, in dem nur Frauen arbeiten und lernen, ist sie zuständig für den Bereich „Wiedereinstieg“. Der Hauptgrund, warum Frauen aus dem Beruf aussteigen, ist eine „Familienpause“, die Elisa Marchese lieber „Familienarbeit“ nennt. Das FCZB bietet den Teilnehmerinnen aus vielen Ländern Aus- und Weiterbildungen rund um IT-, Computer- und Medienkenntnisse sowie Sprachunterricht. An der Pinnwand hängt ein Projektplan für Frauen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Auf dem Tisch liegen Informationen zu den Kursen „IT-Know-how für Wiedereinstieg“ und „Fit für den Job“. Von ihrem Bürofenster blickt Elisa Marchese in ihren kurzen Pausen auf die Spree und die Oberbaumbrücke. Dann braucht sie einen guten Kaffee. Hergestellt mit ihrer Espressomaschine aus Sizilien.

Daniela Noack

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