Mein Büro: Dr. Johannes Frisch (50)
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17. März 2017

Kurator der Käfersammlung im Museum für Naturkunde | Berlin

Nur wenige Meter Luftlinie vom beeindruckenden Tyrannosaurus Rex im großen Ausstellungssaal entfernt, widmet sich Johannes Frisch in seinem Arbeitszimmer kleinen Kreaturen: den Käfern. Vom ordinären Mistkäfer bis hin zur „Spanischen Fliege“, welche schon in der Antike als Aphrodisiakum galt. Auf einer Schreibtischlampe sitzen Hirsch- und Maikäfer aus Plastik, an der anderen hängt ein plüschiger Marienkäfer. Schon mit 13 Jahren hat der Biologe angefangen, Insekten zu sammeln. Die Käfersammlung des Museums für Naturkunde zählt mit sechs Millionen Tieren zu den fünf bedeutendsten Sammlungen der Welt. Jährlich kommen 40.000 Käfer dazu. Viele sind so klein, dass sie sich nur am Mikroskop betrachten lassen. Dazu zählt die Gattung, an der Frisch derzeit forscht: Wenige Millimeter kleine Kurzflügelkäfer, von denen es viele Tausend Arten gibt. An der Wand hängen stark vergrößerte Kopien von acht verschiedenen Exemplaren. Die Unterschiede, die Frisch auf einen Blick sieht, erschließen sich dem ungeübten Betrachter nur schwer. Der Klimawandel macht auch den Käfern zu schaffen, weiß der Evolutionsforscher. Die Artenvielfalt nimmt ab. Trotzdem gibt es noch unendlich viel zu entdecken. Seine Forschungsreisen führen Frisch nach Indonesien oder in den Iran. Aber auch die Käfer sind viel auf Reisen. 50.000 Exemplare sind derzeit als Leihgabe zu wissenschaftlichen Zwecken im In- und Ausland unterwegs.

Daniela Noack

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