Donalds Rasselbande
Donalds Rasselbande
6. Januar 2017

Fünf Kinder, drei Ehefrauen: Donald Trump, der Lebemann. Seit seiner Kandidatur schiebt er jedes Familienmitglied öffentlich­keitswirksam ins Rampenlicht und stellt sich als liebevollen Familienvater und Ehemann sowie fairen Ex-Ehemann dar.

Große Klappe, nichts dahinter? Na ja. In vielen Bereichen mag das durchaus zutreffen, aber eines kann Donald Trump: Kinder zeugen. Der zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika hat insgesamt fünf Kinder von drei Frauen – und bereits acht Enkel. Die Vorliebe für viel Nachwuchs liegt quasi in der Familie. Donald selbst ist eines von fünf Kindern und unangefochtenes Familienoberhaupt des Clans, der geschlossen in New York residiert.

Und man mag noch so wenig von seiner Person oder seinen Ansichten halten, sein Nachwuchs ist ihm eigentlich gut gelungen: gebildet, erfolgreich und gutaussehend. Selbst seine Gegnerin im Wahlkampf, Hillary Clinton, gab zu: „Ich respektiere seine Kinder. Seine Kinder sind unglaublich fähig und hingebungsvoll, und ich denke, das sagt viel über Donald.“ Wobei man hierbei natürlich bedenken muss: Zum Kindermachen gehören immer zwei, und Trumps Ex-Ehefrauen – bisher zwei von dreien – haben die Kinder schließlich zum Großteil alleine großgezogen.

Aber beginnen wir am Anfang seiner Familienplanung. 1977 heiratet Donald das tschechische Model Ivana Zelníčková. Mit ihr hat er drei Kinder: Donald Jr., Ivanka und Eric. Laut Ivana sei das Verhältnis zum Ex-Mann heute gut. Trotz Schlammschlacht bei der Scheidung 1992, als Donald schon öffentlich seine Affäre mit Marla Maples – seine spätere, zweite Ehefrau – zelebrierte.

Sein Erstgeborener Donald Jr. studierte an der University of Pennsylvania, ist heute 38 Jahre alt und hat, ganz der Papa, auch ein Faible für Models. Er ist mit der ehemaligen Berufsschönheit Vanessa Haydon verheiratet und hat mit ihr – getreu der Familientradition – fünf Kinder: Kai, Chloe, Donald, Tristan und Spencer. Er ist leitender Vize-Präsident der Trump Organization. Donald Jr. arbeitete aktiv beim Wahlkampf seines Vaters mit. Der treue Sohn geriet aber auch in die Kritik. Im September verglich er syrische Flüchtlinge mit den bunten Smarties-artigen Süßigkeiten Skittles auf Twitter: „Wenn ich eine Schüssel mit Skittles hätte und euch sagen würde, dass euch drei davon töten könnten. Würdet ihr eine Handvoll essen? Das ist unser syrisches Flüchtlingsproblem“. Einige Gerüchte lassen vermuten, dass Junior später in die politischen Fußstapfen seines Vaters treten und sich als Kandidat für den Posten als New Yorker Bürgermeister aufstellen lassen möchte.

Ivanka ist das Vorzeigekind

Ivanka Trump, Donalds zweites Kind mit Ivana, hat zwar kein Model geheiratet, war dafür aber selbst eines. Die 35-Jährige hat zunächst ebenfalls an der University of Pennsylvania studiert und ist jetzt leitende Vize-Präsidentin der Trump Organization. Außerdem hat sie ihre eigene Schmuck- und Modelinie. Auf Instagram postet sie unentwegt Fotos von einer scheinbar heilen Familienwelt. Gerne auch mit dem Hashtag #WomenWhoWork, der Name ihrer Initiative, die das Bild einer arbeitenden Mutter neu definieren soll. Mit Ehemann und Immobilienentwickler Jared Kushner ist sie seit 2009 verheiratet und hat – bisher – drei Kinder: Arabella, Joseph und Theodore. Ivanka ist Trumps Vorzeigekind. Sie unterstützte und verteidigte ihren Vater bei jeder Gelegenheit. Betonte auch immer wieder, dass er, entgegen seiner frauenfeindlichen Sprüche, kein Frauenhasser ist, sondern ein Feminist. Dass er aber – eigentlich immer – keinen Filter zwischen Hirn und Mund hat, bestätigen viele seiner Aussagen. Dabei hat auch Ivanka schon einstecken müssen. So wurde Trump beispielsweise 2006 gefragt, was er davon halten würde, wenn seine Tochter sich für den „Playboy“ ausziehen würde. Er antwortete: „Es wäre sehr enttäuschend – also nicht wirklich – aber es würde davon abhängen, was im Magazin zu sehen wäre“, sagte er. Und weiter: „Ich glaube nicht, dass Ivanka das tun würde, obwohl sie eine sehr schöne Figur hat. Ich sage mal so: Wäre Ivanka nicht meine Tochter, würde ich sie vielleicht daten.“

Der 32-jährige Eric ist verheiratet mit der CBS-Produzentin Lara Yunaska. Damit fällt er fast schon aus der Reihe, hat offenbar keine Schwäche für Models. Auch er ist fester Teil des Trump-Unternehmens und leitender Vize-Präsident der Firma. Außerdem zeigt er sich hauptverantwortlich für die Trump’sche Weinproduktion unter dem Namen Trump Winery. Auch ist er sozial sehr engagiert, gründete die Eric Trump Foundation, die Geld für unheilbar kranke Kinder im St. Jude’s Research Hospital sammelt. Aber wie seine Geschwister muss auch er Kritik einstecken. So ist der scheinbare Gutmensch und Hundebesitzer auch ein Freund der Großtierjagd. 2010 wurde er von der Tierschutzorganisation Peta angefeindet, nachdem ein Foto von ihm und seinem älteren Bruder öffentlich wurde, auf dem Eric einen gerade geschossenen Leoparden breit grinsend in die Kamera hält.

Zurück zu Trumps Liebeleien. Wie zuvor schon erwähnt, machte er in den 90er-Jahren ordentlich Schlagzeilen dank seiner Affäre mit Marla Maples, die Gerüchten zufolge über Jahre hinweg lief. Kurz nach der Scheidung von Ivana ehelichte er das ehemalige Model 1993. Im gleichen Jahr wurde auch Tochter Tiffany geboren, die angeblich nach dem berühmten Juwelier Tiffany & Co. benannt wurde. Nach der Scheidung 1999 zogen Mutter und Tochter nach Kalifornien.

Die 23-jährige Tiffany schloss erst kürzlich ihr Studium an der University of Pennsylvania ab. Bei einer Rede im Sommer bekundete sie öffentlich die Liebe zu ihrem Vater: „Ich habe meinen Vater mein ganzes Leben bewundert, und ich liebe ihn von ganzem Herzen“. Papi sponsert ja auch ihre Liebe zum Luxus, da kann man schon mal unterstützend hinter ihm stehen. Tiffany ist nämlich eines der sogenannten Rich Kids of Instagram, einer Gruppe junger, reicher, verwöhnter Erben aus dem Raum New York, die regelmäßig Fotos von teuren Autos, dicken Klunkern und Designerklamotten posten. Ihre Liebe zur Mode hat sie vielleicht von der Mutter geerbt, ab und an modelt die jüngste Trump- Tochter und hat auch schon ein Praktikum bei der wohl berühmtesten Modezeitschrift, der „Vogue“, absolviert.

Aber da gibt es ja auch noch die für die nächsten Jahre weltweit „wichtigste“ Frau, die zukünftige First Lady: die gebürtige Jugoslawin Melania Trump. Und wie könnte es anders sein: Die 46-Jährige ist ehemaliges Model. Melanija Knavs (beziehungsweise Melania Knauss) arbeitete in Paris und Milan, bevor sie 1996 nach New York zog. Zwei Jahre später traf sie Donald bei einer Fashion-Week-Party und wollte ihm, so heißt es, nicht ihre Nummer geben, nahm stattdessen seine und rief erst eine Woche später an. Das machte offensichtlich Eindruck beim Playboy. 2005 ehelichte Trump dann seine deutlich jüngere Partnerin und bekam mit ihr Sohn Barron im Jahr 2006. Melania kommt in der Öffentlichkeit nicht sehr gut weg, vor allem nach ihrer Rede beim Nominierungsparteitag am 18. Juli 2016. Zwei Passagen aus dieser waren eins zu eins von einer Rede Michelle Obamas aus dem Jahr 2008 abgekupfert. Die Verantwortung dafür nahm ein anderer später auf sich. Auch ein angeblich abgeschlossenes Studium an einer slowenischen Universität in den Fächern Design und Architektur – wie es auf Melanias Internetseite zu lesen war – stellte sich später als Lüge heraus. Das ehemalige Model brach das Studium bereits nach dem ersten Semester ab, wie es in einem Artikel im „New Yorker“ hieß.

Melania lobt den jüngsten Spross

Das jüngste Mitglied von Donalds Rasselbande, der zehnjährige Barron, hat das gute Aussehen seiner Mutter geerbt und scheint obendrein auch ein helles Köpfchen zu sein. Trump schwärmte, wie gut sein Sohn mit Computern umgehen kann. Auch Melania lobt den jüngsten Spross des Trump-Empires bei jeder Gelegenheit, beschreibt ihn als „sehr willensstark“, „sehr besonders“ und „intelligent“. Er erinnere sie dabei an ihren Ehemann, wie sie weiter in einem Interview erzählt. Und wie es sich für einen Milliardärsspross gehört, hat er nicht nur ein Zimmer, sondern gleich ein ganzes Stockwerk im Trump Tower für sich alleine. Reich möchte man sein.

Von Rebecca Maaß





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