Grüne kritisieren Vorwürfe gegen Seenotretter
Grüne kritisieren Vorwürfe gegen Seenotretter
14. Juli 2017

Die Grünen haben die Vorwürfe von Innenminister Thomas de Maizière (CDU) gegen humanitäre Seenotrettungs-Aktivisten im Mittelmeer zurückgewiesen. In einem offenen Brief an den Innenminister schreibt die Grünen-Faktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt: „Die Verantwortung für die massiven Flüchtlingsbewegungen im Mittelmeer liegt nicht bei den humanitären Organisationen. Ihnen muss unsere Hochachtung und unser Dank für ihren selbstlosen Einsatz gelten.“ De Maizière hatte den Verdacht geäußert, dass Retter mit Schleusern vor der libyschen Küste zusammenarbeiten. Die EU-Innenminister haben außerdem Italiens Forderung nach Öffnung der Häfen anderer Länder für Schiffe mit geretteten Migranten zurückgewiesen.

Göring-Eckardt betonte, allein in diesem Jahr seien bereits mehr als 2.000 Menschen auf dem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Trotzdem zögen sich die im Auftrag der EU vor der libyschen Küste kreuzenden Schiffe immer mehr aus der Seenotrettung der Bootsflüchtlinge zurück. Im zentralen Mittelmeer zwischen Libyen und Italien sind nach Angaben der Grünen neun Nichtregierungsorganisationen mit zwölf Schiffen und einem Flugzeug unterwegs, um das Leben von Flüchtlingen zu retten. Diese humanitären Organisationen würden auf hoher See auch von der libyschen Küstenwache attackiert, die von der EU finanziert und geschult werde.

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