Gewisse Spannungen
Gewisse Spannungen
17. März 2017

Die SV Elversberg verliert in Ulm und nach der Saison auch ihre Nummer eins. Trotz der komfortablen Ausgangslage zu Beginn der Restsaison steht der Verein so langsam mächtig unter Druck. Im Kader rumpelt es, ein erstes Opfer gibt es: Co-Trainer Oliver Beer muss gehen.

Der Trainer war sauer: „Überheblich“, beschrieb Elversbergs Trainer Michael Wiesinger die Leistung seiner Mannschaft nach der 1:2-Niederlage beim SSV Ulm. Sein Kapitän Thomas Birk wirkte, als ein Reporter ihn damit konfrontierte, ein wenig perplex und überrascht. „Ich bin motiviert und die Mannschaft auch, ich würde unsere Leistung nicht als überheblich beschreiben, vielleicht waren wir teilweise ein wenig naiv“, konterte der Linksverteidiger.

Die SVE agierte stets bemüht, dabei aber nicht annähernd so druckvoll und aggressiv nach vorne wie noch in der Hinserie. In der zweiten Halbzeit dann ein leichter Ballverlust, Ulm schaltete schnell um und ging in Führung. „Wir hatten das Spiel im Griff, ich glaube dass wir immer noch gut funktionieren, wir brauchen lediglich ein Erfolgserlebnis“, sagte Außenverteidiger Lukas Kohler.

Es brodelt im Kader

„Die Elv“ fing sich das zweite Gegentor und kam durch Matthias Cuntz per Elfmeter zum Anschlusstreffer. Cuntz, einer der Leistungsträger der letzten Saison, steht diese Saison eher weniger im Blickpunkt, dennoch geht er voran. „Wenn ich auf dem Platz stehe, dann übernehme ich Verantwortung. Mehr werde ich dazu nicht sagen“, so der Mittelfeldspieler. Es brodelt im Kader der SVE. Spieler, die letzte Saison zu den absoluten Leistungsträgern gehören, finden sich nun teilweise nicht mal mehr im Kader wieder. Markus Obernosterer, der beste Vorlagengeber der Vorsaison, sowie Matthias Cuntz mussten für Neuzugänge im Winter weichen. Die Formation in der Viererkette ist seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Abwehrchef Kevin Maek in ständiger Rotation. Neuzugang Marco Kofler bekam eine Chance, konnte nicht überzeugen. Jetzt ist er draußen. Die SVE hat eine enorme Qualität im Kader, aber der Kader ist extrem groß, und so ist es nur logisch, dass die Unzufriedenheit gerade bei Misserfolgen wächst. Cuntz und Obernosterer stehen beim 1. FC Saarbrücken hoch im Kurs, an beiden ist auch der FC Homburg interessiert. „Es ist normal, dass die Spieler mit anderen Vereinen sprechen“, sagt Wiesinger, „wir haben auch einen Plan B.“ Für das Tor wird er ihn bereits brauchen.

Daniel Batz, die momentane Nummer eins, wechselt zur neuen Saison zu den Blau-Sc Markus Obernosterer hwarzen. „Er ist in Topform ein wichtiger Spieler für uns, ich werde ihn beobachten, aber ich gehe mal davon aus, dass er für uns weiterhin alles geben wird“, so Trainer Wiesinger. Nicht mehr dabei ist seit Dienstag Co-Trainer Oliver Beer. In einer dürren Pressemitteilung wurde die sofortige Freistellung des 37-Jährigen bekanntgeben. Das Verhältnis zwischen ihm und weiten Teilen des Teams galt als zerrüttet. Immerhin: Der langzeitverletzte Innenverteidiger Kevin Maek verlängerte seinen Vertrag vorzeitig.

Philipp Häfner






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