„Jeder muss seine Nische finden“
„Jeder muss seine Nische finden“
19. Mai 2017

Sofia Tsakiridou (23) von matiamu.com zählt mit rund 300.000 Followern zu den erfolgreichsten Influencern Deutschlands. Im Interview spricht sie über ihren Alltag, Instagram-Fotos und modische Must-haves.

Sofia, was hast Du gemacht, bevor Du eine erfolgreiche Bloggerin wurdest?

Ich habe für etwas mehr als drei Jahre hauptberuflich gemodelt, bin zunächst relativ viel im Ausland gewesen und habe mich dann nach einem guten Jahr in Hamburg gebased und mehr direkte Buchungen wahrgenommen beziehungsweise in Deutschland gearbeitet.

Wie kamst Du zum Bloggen? Wie sahen Deine ersten Schritte aus?

Ich kam eher spontan zum Bloggen. Ein Freund hatte mir damals im Ausland empfohlen, regelmäßiger auf Instagram zu posten, und als ich relativ schnell eine kleine Gefolgschaft aufgebaut hatte, wurde ich immer öfter nach meinem Blog gefragt. Eine gute Freundin hatte ihren fast ein Jahr zuvor hochgeladen und mich immer mehr ermutigt, damit anzufangen, und so habe ich dann letztlich ganz ahnungslos begonnen. Glücklicherweise wurde aus einem Hobby ein Job, der sich perfekt mit dem ursprünglichen im Modelbusiness kombinieren lässt.

Wie kann man sich Deinen Alltag vorstellen?

Eigentlich gibt es keinen richtigen Alltag, was es für mich aber besonders spannend macht. Wichtig ist es aber tatsächlich, auch mal im Moment sein zu können und nicht alles nur noch mit der Kamera festhalten zu müssen.

Wie wird man mit seinem Blog erfolgreich – wie kommt man etwa von 50 Likes pro Post auf 500 oder 1.000, und wie kann man seinen Blog bewerben, damit mehr Leute darauf aufmerksam werden?

Wahrscheinlich ist es das Wichtigste, seinen Platz zu finden. Was will ich den Leuten aus meinem Leben zeigen? Wo liegt mein Fokus?

Ich denke, dass, sobald man seine Nische gefunden hat, die Leute Interesse zeigen werden und regelmäßig verfolgen, wie man sich entwickelt, was man erlebt und teilt.

Wie viel Zeit investierst Du in den Blog?

Es kommt immer darauf an, wie viele Projekte anstehen und wie aufwendig diese sind. Sind Reisen inkludiert, dann hat man logischerweise viel mehr Aufwand. Aber ich würde sagen, dass ein Blogpost mindestens ein halber Tag Arbeit ist plus natürlich alle E-Mails mit Kunden im Vorfeld, wobei das mein Management, die Agentur Fab4Media, übernimmt. Wenn aber große Shoots oder auch Reisen inbegriffen sind, kann es sich um Tage handeln.

Wie viele Bilder postest Du pro Tag? Gibt es einen Richtwert, wie viele es mindestens sein sollten, um gefragt zu bleiben, die Follower aber auch nicht überzustrapazieren?

Ich poste ein bis drei Bilder am Tag, meistens zwei. Ich denke, mehr als drei sind einfach zu viel für die meisten Leser, das kann fast nerven. Wobei weniger als ein Mal am Tag zu posten – zum Beispiel zwei- bis dreimal die Woche – bei mir persönlich dazu führt, keine Verbindung zu dem Blogger zu haben.

Sind die Aufnahmen eher spontan oder planst Du sie vorher kon­zeptionell durch?

Ich persönlich mache alles nur spontan, arbeite auch kaum mit Abnahmen. Aber ich weiß, dass es viele gibt, die große Strategien planen und Konzepte schmieden. Beides hat für mich seine Daseinsberechtigung.

Wer fotografiert Dich für Deinen Blog?

Anfänglich war das immer mein Freund, um ehrlich zu sein. Immer mehr Posts entstehen aber auch bei Shoots oder Reisen und werden von dem jeweils gebuchten Fotografen geschossen.

Viele erfolgreiche Bloggerinnen sind wie Du sehr schlank, manche werden mit dem Erfolg immer dünner. Besteht auch ein gewisser Druck, das Gewicht zu halten, wenn man mit großen Designern zu­sammenarbeiten möchte?

Ich denke, dass das Modelbusiness um einiges tougher ist, wenn es um Körperideale geht, und ich hatte auch damals nie groß Probleme, wenn mal etwas gezwickt hat oder jemand Schlankeres gebucht wird. Ich finde es eher traurig, zu sehen, dass Mädels mit großer Reichweite teilweise ein ungesundes Ideal promoten und den Followern, oft vielleicht jüngere Mädels, solche Ideale mitgeben.

Hast Du einen Plan B, falls der Blogger-Hype irgendwann einmal abreißen sollte?

Ich bin nicht ganz so der Planer, um ehrlich zu sein, und denke, dass man mit den ganzen Blogger-Kontakten, Reisen und Reichweiten etwas Tolles machen kann, wenn man bereit dazu ist.

Hast Du eine Trendprognose: Was sind Dauerbrenner im Sommer 2017, was kommt, was bleibt?

Ich glaube, dass knalligere Farben wieder trendig werden, obwohl ich sie persönlich nur in geringem Maß mag. Die Bomberjacke wird sich definitiv halten, vielleicht auch abgewandelt in Metallic-Farben, oversized oder mit Schulterpolstern – ein etwas weniger schrilles 80er-Revival wird kommen. Dazu passend denke ich, dass große Printshirts und Logos bleiben werden. Klassiker wie  Blumenprints, verspielte Looks und Volants passen in jeden Sommer.

Was sind Deine absoluten Must-haves für die heiße Jahreszeit?

Sonnenbrillen. Coole Versionen von Celine oder ganz verspielte von MiuMiu mag ich am liebsten. Auch trag’ ich gern mal ab und an Haarbänder oder schön gebundene Tücher.

Wie shoppt man, wenn man sich keine Designer-Kleidung leisten kann?

Ich selber trage kaum Designerklamotten, würde eher mal in ein teureres Schmuckstück oder in eine Tasche investieren.

Gehst Du noch selbst shoppen oder trägst Du nur das, was Du zugeschickt bekommst?

Ich gehe immer mal ein paar Kleinigkeiten kaufen, aber definitiv gebe ich weniger Geld für Klamotten aus als zuvor.

Interview: Kristina Scherer-Siegwarth




Weitere Informationen unter:

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@matiamubysofia (Instagram): www.instagram.com/matiamubysofia

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