…Lesley-Anne Down?
…Lesley-Anne Down?
3. Februar 2017

Bekannt wurde sie in den 80ern durch die Bürgerkriegs-Serie „Fackeln im Sturm“. Danach war die Londonerin noch in einigen Dutzend Kinofilmen, vor allem aber in TV-Serien zu sehen. Im Vorjahr stand die engagierte Tierschützerin gleich für mehrere Kino-Produktionen vor der Kamera.

Ich bin froh, dass dieser peinliche Status des Sexsymbols nicht mehr an mir haftet, weil ich zum Glück längst eine Frau im reifen Alter bin“, sagt Lesley-Anne Down. Sie genießt ihre heutige Hauptolle als Ehefrau, Mutter und Oma. Mit ihrem dritten Mann, Don FauntLeRoy, den sie vor 30 Jahren bei den Dreharbeiten zu „Fackeln im Sturm“ kennengelernt hatte, und dem gemeinsamen Sohn George-Edward (18) lebt die Schauspielerin seit 1986 im eigenen Haus in Malibu. Seither ist für sie die Familie stärker in den Vordergrund gerückt, obwohl sie weiterhin immer wieder vor der Filmkamera steht. Ihr Mann hatte zwei Töchter mit in die Ehe gebracht, sie selbst einen Sohn aus ihrer zweiten Ehe, und dann kam 1998 noch ein gemeinsamer Sohn hinzu: „Plötzlich hatte ich eine Großfamilie“, blickt die Schauspielerin heute auf diese intensive Zeit zurück. „Die Mutterrolle ist wahrscheinlich der schwerste und anstrengendste Job auf diesem Planeten.“ Eine ihrer beiden Stieftöchter hat Lesley-Anne Down vor elf Jahren auch schon zur Großmutter gemacht.

Bis 2012 spielte Down dennoch fast ein Jahrzehnt lang die Hauptrolle der Jacky Marone in der beliebten amerikanischen Fernsehserie „Reich und schön“. Diese Arbeit ließ sich nämlich gut mit ihrem Familienleben vereinbaren: „Ich musste nicht reisen, schlief abends im eigenen Bett und musste mich nicht mit den lästigen Folgen von zu viel Ruhm rumärgern wie nach dem riesigen Erfolg von ‚Fackeln im Sturm‘.“ Danach folgten aber wieder Rollen in Filmen wie dem Horror-Streifen „Dark House“ (2014), „Kill me deadly“ (2015) oder „The List“ von Harris Goldberg, der gerade beendet wurde und 2017 ebenso in die Kinos kommen wird wie ihr in Mexiko gedrehter Western „Justice“. Gerade im Vorjahr stand Down für die Filme „I am watching you“ und „A Christmas Stocking“ vor der Kamera. Neben Filmen und TV-Serien hat sie immer wieder auch Theater gespielt, in „Hamlet“-Aufführungen ebenso wie in Musicals.

Ein paar Mal hat sie schon mit Botox nachgeholfen

Dass Down in der Erfolgs-Soap „Reich und schön“ auch mit 58 Jahren noch einen verführerischen Vamp spielen konnte, verdankt sie ihrem guten Aussehen. Kein Hehl macht die inzwischen 62-Jährige daraus, dass sie dabei schon öfters ein wenig mit Botox nachgeholfen hat. „Mit 41 Jahren ließ ich mir die erste Spritze setzen“, gestand sie in einem Interview. Nach der damals gerade abgewickelten Trennung von ihrem zweiten Mann William Friedkin habe sie sich auf diese Weise eine „Scheidungsfalte“ auf der Stirn beseitigen lassen. Angst vor erstarrenden Gesichtszügen hat Down nicht. „Ich hatte noch nie eine Botox-Überdosis. Manchmal war es zu wenig, aber nie zuviel. Meine Brauen kann ich noch problemlos hochziehen“, plädiert sie für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem gern verwendeten Schönheitsmittel. Mit ihrer Haut sei sie aber nicht mehr zufrieden, weil ständige Gewichtsschwankungen im Laufe der Zeit die Elastizität der Haut beeinträchtigt hätten. „Hätte ich mich besser um meinen Körper gekümmert, sähe ich besser aus“, gibt sie sich heute kritisch. Vor acht Jahren hat die beliebte Darstellerin eine schwere Lebenskrise durchgemacht: Als bei ihr 2009 Brustkrebs diagnostiziert wurde, musste sie sich beide Brüste entfernen lassen. „Es verändert einen, wenn man so etwas Lebensbedrohliches durchgemacht hat, weil man sich bewusst wird, dass künftig jeder Tag zählt“, macht sie ihre neue Lebenseinstellung deutlich.


Nach ihren jüngsten Filmaufnahmen hat Lesley-Anne Down öffentlich davon gesprochen, dass ihre Schauspiel-Karriere nun allmählich zu Ende geht. „Sie hat mir nie wirklich Spaß gemacht“, bekannte sie kürzlich und gab als einen der wichtigsten Gründe dafür an, dass sie im Laufe ihrer Karriere häufig von Männern aus der Filmbranche sexuell bedrängt worden ist. „Das ging los, als ich zehn war, und hielt 50 Jahre weiter an. Da ist hinter den Kulissen so viel gelaufen und unter den Teppich gekehrt worden.“ Die heutigen Stars hätten es da einfacher und bräuchten vor der berüchtigten Besetzungscouch weniger Angst zu haben. „Anders als ich haben sie Agenten und Manager, die sie beschützen. So etwas hätte ich auch gebraucht.“

Wenn Down nicht beruflich oder familiär eingespannt ist, engagiert sie sich für den Tierschutz. „Ich arbeite beispielsweise oft für Gruppen, um das schreckliche Yulin Meat Festival in China zu stoppen, wo alljährlich zehn Tage lang Hunde und auch einige Katzen verspeist werden.“ Sie ist auch Mitglied in der Organisation „Hope for animals“, die sich um streunende Hunde kümmert. Politisch hat sie sich zuletzt auf Facebook positiv über die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten geäußert. Hut-Liebhaberin Down hat auch eine Sammel-Leidenschaft: Seit ihrem 15. Lebensjahr trägt sie historische viktorianische Kinderbücher zusammen und kann inzwischen etliche Raritäten ihr Eigen nennen.

Peter Schmidt

 

 

Zur Person:
Lesley-Anne Down, geboren am 17. März 1954 in London, war schon mit zehn Jahren als Model und Schauspielerin tätig. Bekannt wurde sie 1973 bis 1975 durch die TV-Serie „Das Haus am Eaton Place“. Am erfolgreichsten war sie als Madeline Main in der TV-Miniserie „Fackeln im Sturm“ (1985–1994). Dafür wurde sie 1985 mit dem Golden Globe ausgezeichnet. 1990 trat sie auch in „Dallas“ auf und spielte von 2003 bis 2012 in der Fernsehserie „Reich und Schön“. 2005 erhielt sie dafür die Goldene Rose als beste Soap-Darstellerin. Insgesamt war sie in drei Dutzend Filmen und sieben TV-Serien zu sehen. Von 1980 bis 1981 war sie mit dem Filmemacher Enrique Gabriel und von 1982 bis 1985 mit dem Regisseur William Friedkin verheiratet. Mit ihm hat sie seit 1982 einen Sohn. Aus ihrer Ehe (ab 1985) mit dem Kameramann Don E. FauntLeRoy stammt ihr zweiter Sohn (1998).

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