…Walter Hort?
…Walter Hort?
10. März 2017

Im Jahr 1964 hat er in seiner kurzen sportlichen Laufbahn mit 7,42 Meter einen saarländischen Weitsprungrekord aufgestellt, der 24 Jahre Bestand hatte. Der Sportmediziner war lange in verschiedenen Ämtern in Sportverbänden und seinem Verein Saar 05 tätig. Heute ist der 75-Jährige Vorsitzender des Abteilungsvereins SV schlau.com Saar 05.

Als Walter Hort 1964 kurz nach seinem Weitsprung-Landesrekord von 7,42 Meter die sportliche Karriere wegen seines Studiums und einer Meniskusoperation aufgeben musste, ahnte er noch nicht, dass seine Bestmarke 24 Jahre lang gelten sollte. „Und dabei habe ich meine Rekordweite noch auf Aschenbahn und mit primitiven Sportschuhen erzielt“, erzählt Hort, der soeben sein 75. Lebensjahr vollendet hat. Auch wenn damals nach nur zweijähriger aktiver Tätigkeit mit dem Leistungssport Schluss war, verfolgt er natürlich seitdem mit großem Interesse die Ergebnisse der aktuellen Spitzenspringer. „Für mich ist Carl Lewis der perfekte Weitspringer“, sagt Hort. Bei Fabelweiten knapp unter neun Metern werde er jedoch immer nachdenklich und halte die derzeitigen Bestmarken der Top-Springer von etwa 8,40 Meter für nachvollziehbarer. Wenn man die heute viel besseren Materialien und Wettkampfbedingungen berücksichtig, ist Horts Saar-Rekord von 1964 für einen Amateur eine sehr respektable Größe, die ja nur etwa einen Meter unter den heutigen Top-Leistungen der Profi-Springer liegt. Aber nicht nur für die Leichtathletik begeistert sich Hort: „Ich verfolge im Fernsehen aufmerksam alle Sportarten und bewundere gerade die tollen Leistungen unserer Nordisch-Kombinierer, Biathleten oder Skispringer.“ Er selbst müsse sich derzeit aber aus gesundheitlichen Gründen auf das Sport-Schauen beschränken. Gerade als Sportmediziner und Reha- und Präventionsbefürworter wisse er natürlich, dass er „bald wieder etwas mehr für die Fitness machen muss.“ Als Jugendlicher habe er viele Sportarten betrieben und auch gerne Fußball gespielt. „Leichtathletik war aber immer mein Herzblut, das habe ich immer gemacht und unterstützt. Während meiner Internatszeit in Österreich habe ich aber auch mal die Schul-Fußballmannschaft trainiert. Später war ich oft in der Mannschaft des Sportärzteverbandes am Ball“, verrät Walter Hort, der in der Trainer-Ära Sude/Toppmöller zwei Jahre lang Mannschaftsarzt der Fußballprofis des 1. FC Saarbrücken gewesen war. Auch die Bundesliga-Ringer des KSV Köllerbach und die Erstliga-Turner der TG Saar nutzten jahrzehntelang seine medizinische Kompetenz als Vereinsarzt.

„Leichtathletik war mein Herzblut“

Hort bedauert nicht, seine Sportlaufbahn schon so früh beendet zu haben, zumal er dem Sport immer treu geblieben ist. Als Mediziner hat er viele regionale und nationale Sportverbände unterstützt und sich stets für den Breitensport als gesundheitsfördernde Tätigkeit eingesetzt. Dafür wurde er vor fünf Jahren mit der saarländischen Sportmedaille ausgezeichnet. Hort war deutschlandweit einer der ersten Orthopäden, die in ihrer Praxis ambulante Operationen und Reha-Sportmaßnahmen durchgeführt haben, und hat für sein Konzept in medizinischen Berufsverbänden und auf vielen Fachkongressen geworben. Gegen Ende seiner Praxis-Tätigkeit und in den ersten Jahren danach hat Hort 15 Jahre lang in seinem Saarbrücker Sport- und Gesundheitszentrum eine große Reha-Abteilung unterhalten. Auf der Homepage seines Vereins Saar 05 informiert er bis heute über die Bedeutung gesundheitlicher Vorsorge und gibt Tipps zur Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens.

Obwohl Hort mit Leichtathletik beim Post-Sportverein Saarbrücken begann, ist er bereits seit vielen Jahrzehnten dem SV Saar 05 Saarbrücken eng verbunden, zuerst als Athlet, dann als Funktionär. Eine Zeit lang war er sogar Präsident des Gesamtvereins. „Seit 1986 bin ich jetzt ununterbrochen 1. Vorsitzender der Leichtathletik-Abteilung, die seither ihre erfolgreichsten Jahre erlebt und seit 2011 als SV schlau.com Saar 05 ein selbstständiger Abteilungsverein ist.“ Derzeit ist Hort damit beschäftigt, die seit 2016 bestehende Leichtathletik-Gemeinschaft (LG) von schlau.com Saar 05 und dem LAZ Saarbrücken auf neue Füße zu stellen. Voraussichtlich ab Januar nächsten Jahres sollen die in der LG zusammenarbeitenden Vereine notariell verschmolzen sein. Aus der LG wird dann der gemeinsame Verein LAZ Saar 05. „Der neue Verein wird über 900 Mitglieder haben und stärker sein als die bisherigen Teilvereine zusammen“, ist sich Hort sicher.

Wenn der 75-Jährige sich mal nicht um „seine“ Leichtathleten beim Saar 05 kümmert, liest er gerne ein gutes Buch und versucht sich auch öfter mal als Hobbykoch. Mit Stolz beobachtet er auch die Karriere seiner beiden Töchter, die selbst erfolgreiche Leichtathletinnen waren. Stephanie war mehrfache deutsche Jugendmeisterin und in Europas Top Fünf. Die Betriebswirtin hat vor 16 Monaten mit ihrem Sohn die Anzahl der Hort-Enkel auf drei erhöht, denn die ältere Tochter Andrea, eine Kinderärztin, hatte zuvor schon mit zwei Kindern für Familienzuwachs gesorgt. Den Enkeln gehört natürlich das ganz besondere Augenmerk Horts, der sich vor vierzehn Tagen bei seiner Geburtstagsfeier im Victor‘s Residenz-Hotel Saarbrücken darüber freute, wieder mal die ganze Familie im Saarland vereint zu haben. Und das nächste Fest steht schon an: In diesem Jahr feiert Hort mit seiner Frau Ursula Goldene Hochzeit.

Peter Schmidt



Zur Person

Dr. Walter Hort, geboren am 24. Februar 1942 in Saarbrücken, studierte an der Saar-Uni Medizin und promovierte 1967. Nach zweijähriger Tätigkeit an der Unfallchirurgie Linz und drei Jahren an der Uni Homburg legte er 1975 seine Facharztprüfung als Orthopäde ab. Ab 1972 war er Vorsitzender des Sportärzteverbandes des Saarlandes (bis 1988) sowie Verbandsarzt beim Saarländischen (bis 88) und Deutschen Leichtathletikverband (bis 82). Von 1983 bis 2004 arbeitete er in eigener Praxis als Orthopäde und Sportmediziner in Saarbrücken. Von 1983 bis 2010 war er bei Saar 05 Fördervereinsvorsitzender, von 2005 bis 2011 Präsident des Hauptvereins und seit 1986 Vorsitzender der Leichtathletik-Abteilung. Als Leichtathlet kam er über den Postsportverein zu Saar 05. Sein saarländischer Weitsprungrekord von 7,42 Meter hielt 24 Jahre lang. Aus Berufs- und Verletzungs-Gründen gab er 1964 seine sportliche Karriere auf.



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