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WAS MACHT EIGENTLICH...

Was macht eigentlich ...? Whoopi Goldberg?
imago / E-PRESS PHOTO.com
... Whoopi Goldberg?

Wer kennt sie nicht als singende Nonne in "Sister Act – Eine himmlische Karriere"? Die 61-jährige amerikanische Schauspielerin und Sängerin spielte in 149 Filmen und ab 2003 in zahlreichen TV-Serien mit. Heute moderiert sie eine US-Talkshow, produziert medizinische Marihuana-Produkte und kehrt nun wieder vor die Filmkamera zurück.

Whoopi Goldberg war zuletzt in den deutschen Medien kaum mehr präsent. Von einem Karriereknick kann man aber dennoch nicht reden. Schließlich moderiert die New Yorkerin seit 2007 im US-Fernsehen die sehr erfolgreiche Talkshow "The View", in der sie fünfmal pro Woche schonungslos offen mit anderen Frauen aktuelle Themen diskutiert und dabei auch engagiert eigene Positionen vertritt: "Es ist besser, nicht immer zuzustimmen, aber doch den Dialog zu suchen", betont die überzeugte liberale Demokratin.

Auch nutzt sie ihre TV-Show immer wieder, um die Öffentlichkeit mit privaten Geständnissen zu überraschen. So erfuhr die amerikanische Fernsehgemeinde von Goldberg schon, dass sie beim Empfang ihres Oscars dank eines Joints so high war, dass sie kaum ihre Dankesrede halten konnte. Oder dass sie eine Lernschwäche hat, früher eine Zeit lang mit Telefonsex "großartiges Geld" verdient hat oder mal als Make-up-Artist in einem Leichenschauhaus und als Maurer tätig war.

Großer Einsatz für Homosexuelle

Dass große Filmrollen zuletzt ausgeblieben sind, obwohl manche Drehbücher ihr auf den Leib geschrieben wurden, bestreitet Goldberg nicht. Seit 2002 ist sie überwiegend nur noch in Nebenrollen und in TV-Serien zu sehen oder arbeitet als Synchronsprecherin in Animationsfilmen. Ihre letzten Arbeiten waren Gastrollen in den Fernsehproduktionen "Entourage" (2008), "Glee" (2012), "Die Muppets" (2011), "Top Five" und "Teenage Mutant Ninja Turtles" (beide 2014) oder als Synchronsprecherin in "Descendents 2" (2017). Goldberg-Fans dürfen sich aber freuen: Demnächst wird Whoopi in drei Ensemble-Filmen nach längerer Pause wieder Hauptrollen übernehmen: in der James-Franco-Verfilmung "Rio", in der Hochzeits-Komödie "A Very Sordid Wedding" und in dem Film "Nine Eleven", der das Flugzeug-Attentat auf das World Trade Center thematisiert und fünf Menschen zeigt, die kurz nach dem Einschlag der Jets im Nordturm in einem Fahrstuhl eingesperrt sind.

Neben ihren Leinwandaktivitäten engagiert sich Goldberg bereits seit 2003 als Botschafterin der Unicef und setzt sich schon seit vielen Jahren für die Rechte von Homosexuellen ein. Dafür erhielt sie 1999 den Vanguard Award der Schwulen- und Lesbenvereinigung. Mit dem Elizabeth Taylor Legacy Award gewürdigt wurde sie 2016 für ihren Einsatz im Kampf gegen Aids.  Auch als Geschäftsfrau ist Goldberg erfolgreich: Schon seit vielen Jahren besitzt sie eine eigene Produktionsfirma, One HO Productions, die die meisten ihrer Kino- und TV-Projekte betreut hat. Dazu gehören auch die Produktionen des erfolgreichen Musicals "Thoroughly Modern Millie", für das Goldberg 2002 sogar den Tony Award bekommen hat, und der TV-Serie Stream (2009). In Malibu ist sie an einem Country Store mit Restaurant ("Mary’s Kitchen") beteiligt. Ihre jüngste Unternehmensgründung erfolgte 2016 unter dem Namen "Whoopi & Maya" – eine Firma, die medizinische Marihuana-Produkte für Frauen mit Menstruationskrämpfen herstellt.

Sie wurde schon mit 34 jahren Oma

Whoopi Goldbergs Karriere hatte schon mit acht Jahren begonnen. Eine Zeit lang stand sie in San Francisco als Stand-up-Comedian auf der Bühne, bevor sie mit ihrer One-Woman-Show "The Spook" die Aufmerksamkeit von Mike Nichols erweckte, der sie damit am Broadway herausbrachte. Diesen Erfolg konnte Goldberg kurz nach ihrem Fimstart in "Die Farbe Lila" mit einer weiteren, regelmäßig ausverkauften Comedy-Show wiederholen. In den 80er- und 90er-Jahren bewies sie ihr komödiantisches Talent in zahlreichen Kinofilmen, die ihr viele Preise einbrachten. So gehört sie zu den elf Künstlern weltweit, die sowohl Oscar, Golden Globe, Emmy und Tony Award erhalten haben. Dazu kommen noch ein Grammy, zahlreiche Nominierungen sowie Auszeichnungen wie der Mark-Twain-Preis für amerikanischen Humor oder der Women’s World Award für Entertainment.

Die vielen Erfolge haben aber nicht nur positive Seiten. "Der Preis für meine Popularität ist der Mangel an Privatheit. Manchmal vergessen die Menschen, dass auch ich eine Person mit Gefühlen bin, etwa wenn sie im Gedränge an meinen Haaren ziehen, damit ich mich ihnen zuwende", klagte Whoopi Goldberg kürzlich in einem TV-Interview. Manchmal belastend seien auch die hohen Erwartungen an sie. "Viele glauben, dass ich mehr bin, als ich tatsächlich bin. An manchen Tagen bin ich aber nicht in der Stimmung, um solche Erwartungen zu erfüllen." Deshalb lebt die Schauspielerin, die an ihrem 34. Geburtstag schon Oma wurde, privat mit ihrer Katze Oliver zurückgezogen in New Jersey und kümmert sich gerne um die drei Kinder ihrer Tochter Alexandra (44), die ebenfalls Schauspielerin ist und 1993 auch in der "Sister Act"-Fortsetzung zu sehen war. 2014 kam zu Goldbergs großer Freude sogar schon die erste Urenkelin, Charlie Rose, zur Welt und komplettiert seitdem das Familienglück. Stolz ist Goldberg auch darauf, dass sie 2015 nach 40 Jahren Rauchen die Zigaretten aufgegeben hat.

Peter Schmidt

Zur Person:

Whoopi Goldberg, geboren am 13. November 1955 als Caryn Elaine Johnson in New York, hatte ihren ersten Erfolg am Broadway als Comedian mit dem Ein-Personen-Stück "Spook Show", bevor sie von 1979 bis 1981 als Mitglied einer Theatergruppe in der DDR lebte. Für ihre Ein-Personen-Show "Whoopi Goldberg" erhielt sie den Tony Award und den Theatre World Award. Ihre Filmkarriere startete in Spielbergs "Die Farbe Lila", die ihr 1986 eine Oscar-Nominierung einbrachte. Nach weiteren Filmerfolgen (unter anderem "Jumping Jack Flash", "Die diebische Elster") und der Rolle in der TV-Serie "Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert" (1988 bis 93) wurde "Sister Act" 1992 ihr größter Erfolg. Bis 2002 spielte sie in 149 Filmen und bekam unter anderem einen Oscar (1991, Nebenrolle in "Ghost – Nachrichten von Sam"), zwei Golden Globes, einen Grammy, einen Tony und einen Emmy. Sie war dreimal verheiratet, hat eine Tochter, drei Enkel sowie eine Urenkelin.

 

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