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WAS MACHT EIGENTLICH...

Renée Taylor gelang in den 90ern als jüdische Mutter in der Sitcom "Die Nanny" der Durchbruch.
Foto: picture alliance / Newscom

… Renée Taylor?

Ihren internationalen Durchbruch schaffte sie in den 90ern als jüdische Mutter in der US-Sitcom „Die Nanny". Als Drehbuchautorin erhielt sie dreimal den „Emmy" und war 1971 auch für den Oscar nominiert. Im Juli 2018 feierte ihr autobiografisches Stück „My life on a diet" Premiere.

Mit 85 Jahren ist noch lange nicht Schluss: Im Juli und August trat Renée Taylor noch mal live auf einer Theaterbühne auf. Das autobiografische Stück „My life on a Diet" basiert auf ihren bereits 1986 verfassten Memoiren gleichen Titels. „Mein Name ist Renée, und ich bin ein Food Tramp. Das ist jemand, der nach Herzenslust isst", erklärte die Komikerin bei der Vorstellung ihres neuen Bühnenprogramms, das sich vor allem ums Essen dreht und etliche Anspielungen auf ihre ständigen Gewichtsprobleme enthält. Taylor knüpft damit auch an ihre Paraderolle als ewig hungrige „Sylvia Fine" in der Sitcom „Die Nanny" an. Bereits vor diesem TV-Erfolg hatte sie in Nebenrollen als Komikerin überzeugt: Neben Jerry Lewis in „Der Bürotrottel" (1961), als Eva Braun in der Mel-Brooks-Satire „Frühling für Hitler" (1968) oder an der Seite von Walter Matthau in „Keiner killt so schlecht wie ich" (1970). Immer wieder hatte Taylor Gastrollen in unterschiedlichen Fernsehserien und war zwischen 2009 und 2012 dreimal in „How I met your mother" und fünfmal in „Happily divorced" (2011-12) zu sehen. Auch auf der Filmleinwand war sie weiterhin präsent, so in erfolgreichen Streifen wie „Ladykillers" (2003, mit Sohn Gabriel), „Alfie" (2004, mit Jude Law und Susan Sarandon) und „Pandemic" (2007). Zuletzt wirkte sie 2016 in Adam Sandlers „The Do-over" und 2017 in „How to be a latin lover" (unter anderem mit Selma Hayek und Raquel Welch) mit. Aber auch damit zog sich Taylor noch nicht aufs Altenteil zurück. Ihr nächster Film ist bereits abgedreht und wartet auf seinen Starttermin. „Tango Shalom" ist eine Familienkomödie, für den die Familie Bologna-Taylor verantwortlich zeichnet: Taylor ist als Schauspielerin dabei, ihr im Vorjahr verstorbener Ehemann Joseph Bologna hat das Drehbuch geschrieben und der gemeinsame Sohn Gabriel Bologna führte Regie.

Die Kinder sind auch beim Film

Renée Taylor 1971 in der Komödie „Made for each other“.
Renée Taylor 1971 in der Komödie „Made for each other". - Foto: picture alliance / Everett Collection

Auch als Autorin von Theaterstücken und Film-Drehbüchern hat sich Taylor einen Namen gemacht und war dabei schon lange vor der „Nanny"-Zeit sehr erfolgreich. Von 1970 bis 1972 gelang es ihr sogar, dreimal in Folge den „Emmy" zu gewinnen in der Kategorie „Herausragendes Drehbuch für eine Varité-, Musik- oder Comedysendung". Weitere Erfolge als Autorin sind die Bücher für „Die Frau des Jahres" (1976), „A Cry for Love" (1980), „It had to be you" (1989) und „Love is all there is" (1996). Für das Drehbuch der Komödie „Bedrooms" wurden sie und Joseph Bologna 1984 mit dem „Writers Guild of America Award" ausgezeichnet. Neben ihren Schauspielrollen und Drehbucharbeiten hat Taylor öfters auch bei Filmsynchronisationen mitgewirkt. So 2001 in „Dr. Doolittle" als Stimme der weiblichen Schildkröte oder 2006 als Stimme von Mrs. Start in „Ice Age 2".

Der Tod des langjährigen Gefährten Joseph im August 2017 hat Renée Taylor schwer getroffen. Das Paar hatte für einige gemeinsam verfasste Drehbücher und Theaterstücke etliche renommierte Preise eingeheimst, aber auch öfters gemeinsam vor der Kamera gestanden. Taylor ist stolz darauf, dass auch die beiden gemeinsamen Kinder in der Filmbranche erfolgreich sind, Gabriel als Schauspieler und Regisseur, Zizi als Filmproduzentin. Nach dem Tod ihres Mannes hatte Taylor ein emotionales Statement veröffentlicht: „Er hatte ein schönes Leben und einen schönen Tod und hat die drei Jahre nach seiner Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs voll und ganz und in Dankbarkeit erlebt", heißt es darin. Taylor hat ihm im Juni 2017 noch den Wunsch erfüllt, vier Wochen in seinem italienischen Lieblingsort zu verbringen. Und noch wenige Wochen vor seinem Tod hatten sie gemeinsam mit Freunden eine ausgelassene Party anlässlich des 35. Geburtstages des Films „Ein Draufgänger in New York" gefeiert, mit dem Bologna 1982 bekannt geworden war.

Enge Kontakte zu Kollegen

Ein besonderes Andenken an ihren Mann ist für Taylor ihr neues, gemeinsam geschriebenes Stück „My life on a diet". Es ist gespickt mit geistreichen Erinnerungen an Taylors Kindheit, an ihre Anfänge als Schauspielerin und Autorin, an viele gescheiterte Diäten und an die glücklichen 52 Ehejahre mit Bologna, der bis zu seinem Tod als Produzent des Stückes mitgearbeitet hatte. Auf der Bühne sitzt die 85-Jährige während der gesamten Aufführung an einem Tisch, kündigt an, aus ihrem Buch lesen zu wollen, lässt dann aber 90 Minuten lang recht offen ihr Leben Revue passieren. Für Taylor ist diese autobiografische Show, die am 12. Juli im New Yorker Theater at St. Clement’s uraufgeführt wurde und sechs Wochen lang zu sehen war, ein gelungener Abschluss einer produktiven Autoren-Partnerschaft, die 1968 mit der Broadway-Komödie „Lovers and other strangers" sehr erfolgreich begonnen hatte. Taylor pflegt auch ihre Kontakte zu früheren Kollegen: So verbindet sie mit Fran Drescher, die in der „Nanny" ihre Tochter gespielt hat, bis heute eine enge Freundschaft. Sie haben bereits Geburtstage und Weihnachten zusammen gefeiert und Drescher hat ihre Serien-Mutter auch am Set vor der Premiere der neuen Bühnenshow „My life on a diet" besucht.

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