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WAS MACHT EIGENTLICH...

Christopher Lloyds bekannteste Rolle war die des "Doc" Brown in "Zurück in die Zukunft".
Foto: picture alliance / Newscom

… Christopher Lloyd?

Er startete seine Karriere 1975 mit „Einer flog übers Kuckucksnest". Seine bekannteste Rolle war Ende der 80er-Jahre als „Doc" Brown in „Zurück in die Zukunft". Am 22. Oktober feiert der dreifache Emmy-Preisträger seinen 80. Geburtstag.

Der „Erzkomödiant" Christopher Lloyd ist auch ohne die ganz großen Hauptrollen zu Filmruhm gekommen: Er spielte oft quirlige, ausgeflippte, schräge und schrille Typen, die vor lauter Bewegungsdrang ihre Gliedmaßen manchmal nicht mehr so richtig unter Kontrolle bringen konnten. Mit seiner Grimassen-Vielfalt und der bis heute meist wirren Haartracht hat er sich dem Kinopublikum in über 80 Filmen ins Gedächtnis gespielt: In seiner Leinwandpremiere „Einer flog übers Kuckucksnest" war er einer der Geisteskranken und in „Traum Team" einer der ausgebrochenen Irren. Er trieb sich im Toonland von „Roger Rabbit" herum und gab sogar ein Gastspiel in „Star Trek III". Schon seine erste TV-Serienrolle in den 84 Episoden von „Taxi" brachte ihm 1982 und 1983 jeweils einen Emmy-Award ein, denen 1992 ein dritter für seinen Auftritt in der TV-Serie „Road to Avonlea" folgte.

Spielte gerne den Verrückten

Lloyds Name ist aber bis heute vor allem mit dem Kino-Hit „Zurück in die Zukunft" verbunden, wo er den verrückten Erfinder Doc Emmett Brown spielte. Anlässlich des „Zurück-in-die-Zukunft"-Tages am 21. Oktober 2015 (Datum der Landung des Zeitreisenden Marty McFly im zweiten Teil der Trilogie) verriet Lloyd, er liebe die Rolle des „Doc" Brown so sehr, dass er sie sofort wieder übernähme, falls es zu einem vierten Teil komme. Kürzlich konkretisierte er seine Vorstellungen zu diesem Projekt: So müssten sich zuerst auch der Regisseur Robert Zemeckis, Drehbuchautor Bob Gale und die alte Schauspieler-Crew für einen vierten Teil begeistern. „Am allerwichtigsten aber ist eine zündende Idee. Man müsste sich etwas ausdenken, das genauso gut ist wie die Originalfilme", so Lloyd Anfang dieses Jahres. Er glaubt, dass ein solches Vorhaben gelingen könnte, auch dem gesundheitlich angeschlagenen Hauptdarsteller Michael J. Fox traue er die Mitwirkung noch zu. Leider habe er allerdings von den entscheidenden Personen noch nichts in dieser Richtung gehört. Regisseur Zemeckis hat bisher nur ein Remake ausgeschlossen, zu einer möglichen Fortsetzung hat er sich bisher nicht geäußert.

Als schräger Wissen­schaftler „Doc“ Brown wurde Christopher Lloyd, hier mit Michael J. Fox, bekannt.
Als schräger Wissen­schaftler „Doc" Brown wurde Christopher Lloyd, hier mit Michael J. Fox, bekannt. Foto: picture alliance / United Archives

Bereits 2015 war Lloyd auch in dem Dokumentarfilm „Back in Time" zu sehen, der anlässlich des 30-jährigen Jubiläums von „Zurück in die Zukunft" alles Wissenswerte über den Film, seine Entstehung und seine Darsteller zusammentrug. „Ich glaube, dieser Film hat die Erwartungen der Leute übertroffen, denn er hat das gleiche Momentum wie das Original 1985", kommentierte Lloyd die Resonanz auf diese Doku.

Trotz des Riesenerfolges der „Zurück in die Zukunft"-Trilogie und seiner Rolle des „Doc" Brown nennt Lloyd heute zwei andere Rollen, die ihn besonders fasziniert haben: Dies sei zum einen der Commander Kruge in „Star Trek III", dann vor allem aber der Onkel Fester in der „Addams Family": „Diese Rolle liegt mir am nächsten am Herzen. Ich liebe diesen Charakter wirklich, weil er so etwas Spitzbübisches und leicht Böses hat." Schon als Kind habe er die Comic-Serie über die Addams-Familie regelmäßig in einer Zeitschrift verfolgt und sich dabei sofort in Fester verliebt. Hat man bei so vielen Rollen über Jahrzehnte hinweg heute diesbezüglich noch Wünsche? „Ich würde gerne noch den Don Quixote in ‚Der Mann von La Mancha‘ spielen! Aber ich liebe es zu arbeiten und würde jedes vernünftige Angebot annehmen. Es muss nicht immer die perfekte Rolle sein", betont der fleißige Lloyd, der auch heute noch gut zu tun hat. In seinem Haus in Montana rumhängen sei nicht sein Ding. 2017 stand er mit Stars wie Michael Douglas, Morgan Freeman und Alan Arkin in „Abgang mit Stil" vor der Kamera. „Ich hatte vorher noch mit keinem von ihnen gearbeitet", sagt Lloyd stolz. „Es war einfach riesig für mich, als ich diese drei am Set sitzen sah." Mit Ann Margret und Matt Dillon waren noch zwei weitere große Namen in der Gauner-Komödie dabei, in der drei kriminell unbedarfte Pensionäre sich mit einem Bankraub für erlittenes Unrecht schadlos halten wollen. Abgedreht hat Christopher Lloyd im Vorjahr noch die Mystery-Filme „The Sound" und „Muse" (unter anderem mit Franka Potente), die beide noch nicht in deutschen Kinos zu sehen waren. Im Fernsehen trat Lloyd zuletzt 2016 in einer Folge der „Big Bang Theory" und kürzlich noch als „Lou" in der „Roseanne"-Episode „No country for an old woman" auf, die in Deutschland noch nicht ausgestrahlt wurde.

Hat auch heute noch gut zu tun

Neben seinen Rollen in Filmen und Fernsehserien hat sich der begeisterte Radfahrer Lloyd auch einen Namen mit Sprechrollen in Animationsfilmen gemacht: Für den Merlock in „Ducktales" (1990), den Rasputin in „Anastasia" (1997) und den Hacker in der US-TV-Serie „Cyberspace" (seit 2002, elfte Staffel startete Ende 2017) wurde er sogar zweimal für den Emmy nominiert. Auch in einigen „Zurück-in-die-Zukunft"-Videospielen sprach er die Rolle des „Doc Brown": „Ich liebe diese Spiele und habe viel Spaß dabei", sagte Lloyd kürzlich in einem TV-Interview. Für seine Arbeit als Videospiel-Sprecher wurde er 2017 mit dem Video-Game-Award der National Academy ausgezeichnet.

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