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WAS MACHT EIGENTLICH...

Monika Peitsch wurde als Inge-Meysel-Tochter im Mehrteiler "Die Unverbesserlichen" deutschlandweit bekannt.
Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

… Monika Peitsch?

Als Tochter der damaligen „Mutter der Nation", Inge Meysel, wurde sie in dem Mehrteiler „Die Unver­besserlichen" Ende der 60er-Jahre zum Fernsehstar. In der Folge war sie in vielen Filmen und Serien meist als Dame von Welt zu sehen und lieh weiblichen Weltstars ihre Stimme. Nach ihrem Rückzug aus dem Beruf 2015 engagiert sich die 82-Jährige für ein Kinderhilfswerk.

Dass sie ihren Traumberuf als Zahnärztin nicht verwirklichen konnte, hat Monika Peitsch heute längst verschmerzt. TV-Kommissar Erich Ode hatte in den 50er-Jahren die junge Zahnarzthelferin und Theaterstatistin zufällig entdeckt und sie für eine Schauspielausbildung empfohlen. Als Peitsch danach dann ins Ensemble des Berliner Schillertheaters berufen wurde, rückte der Zahnarztberuf in weite Ferne. Das Tor zur Welt der Schauspielerei stand ihr offen und sie nutzte ihre Chance. Bis 1965 stand sie in Berlin auf der Bühne und wechselte dann ans Hamburger Thalia Theater. Zudem ging sie mit anspruchsvollen Theaterstücken wie „Blick zurück im Zorn" oder „Die Katze auf dem heißen Blechdach" auf Theatertournee. Im Theater blieb Peitsch ein Star, auch als sie dann immer mehr im Fernsehen beschäftigt war. Dort spielte sie oft „nur" die Nebenrollen, meist als „Dame von Welt": „Ich war oft die schicke Nachbarin von nebenan oder die Frau in Millionärskreisen. Ich habe das gespielt, obwohl ich anderes gelernt hatte. Aber schließlich will man ja arbeiten", blickt Peitsch heute auf diese Zeit zurück. Privat sei sie aber selten mit Schmuck behangen und längst nicht so glamourös. Auch beim Essen bevorzuge sie eigentlich einfache Dinge wie Bratkartoffeln mit Quark. Auf ihre Auftritte in dem siebenteiligen Fernseh-Film „Die Unverbesserlichen" und ihre Zusammenarbeit mit der TV-Ikone Inge Meysel wird sie heute noch angesprochen. „Ich war am Anfang sehr verschreckt und hatte etwas Angst vor Meysel. Das hat sie ausgenutzt, denn sie respektierte nur, wenn man tough ist." Als Peitsch das begriffen hatte, änderte sie ihr Verhalten und wurde seitdem von Meysel öfter sogar für Rollen an ihrer Seite angefordert. „Aber erst nach 20 Jahren habe ich mich getraut, sie um das Du zu bitten, das zwischen ihr und anderen Kollegen längst üblich war." Meysel habe daraufhin nur gelacht und die Du-Schwesternschaft war besiegelt.

„Ich liebe traurige Filme"

Monika Peitsch mit ihrer Film-Mutter Inge Meysel in der Fernsehserie „Die Unverbesserlichen“.
Monika Peitsch mit ihrer Film-Mutter Inge Meysel in der Fernsehserie „Die Unverbesserlichen". Foto: picture-alliance / obs

Wenn Peitsch die heutige Fernseharbeit mit früher vergleicht, sieht sie große Unterschiede, vor allem auch, seit die privaten Sender hinzugekommen sind: „Früher war die Arbeit beim Fernsehen fast wie im Theater. Heute macht man viel mehr kleinere, schnellere Sachen, die oft auch ein anderes Niveau haben. Dennoch gibt es nach wie vor viele schöne Frauenrollen und sehr, sehr gute Schauspielerinnen."

Andere TV-Formate wie Spielshows sieht Peitsch sich nicht an. Sehr gerne gehe sie aber ins Kino und bevorzuge dabei keineswegs Komödien, wie sie früher überwiegend zu ihrem eigenen Repertoire gehört hatten: „Ich liebe traurige Filme. Ich gehe ins Kino zum Weinen", verrät die Bambi-Gewinnerin von 1970, die zuletzt 2010 in dem Rosamunde-Pilcher-Film „Flügel der Liebe" auf dem Bildschirm zu sehen war.

Die Frage, ob sie früher Druck verspürt habe, wenn ein Engagement oder ein TV-Einsatz zu Ende gegangen ist, und sie sich nach neuen Aufgaben umsehen musste, verneint Peitsch: „Ich nehme so etwas ganz locker. Ich bin nämlich auch ein Faultier und kann gut ohne Arbeit sein. Da bricht bei mir kein Chaos aus, und Neid auf Kollegen kenne ich nicht. Trotzdem freut man sich natürlich immer, wenn man ein Anschlussengagement hat", betont sie, die die Schauspielerei für den schönsten Beruf der Welt hält. Sich selbst für eine begehrte Rolle anzubieten, das habe sie nie gekonnt: „Aus heutiger Sicht hätte ich das aber öfter tun sollen. Andere können das nämlich sehr gut."

Nach 37 Jahren geheiratet

Monika Peitsch, die in Berlin aufgewachsen ist und dann lange in Hamburg gelebt hat, wohnt seit 2002 in München und Kitzbühel. „Mein Mann war da die treibende Kraft, denn der wollte immer in den Süden." Den zehn Jahre jüngeren Architekten Sven Hansen-Höchstädt hat Peitsch erst 2017 als 80-Jährige in Salzburg geheiratet, „auch wenn ich längst in einem Alter bin, in dem man das gar nicht mehr müsste." Sie und Höchstädt waren zu diesem Zeitpunkt bereits seit über 37 Jahren ein Paar. „Wir wollten immer schon heiraten und waren uns auch sicher, dass es eines Tages passieren wird – aber wir hatten einfach keine Zeit", verrät die „Jung-Ehefrau". Nachdem sie 2015 offiziell ihren Abschied von der Schauspielerei verkündet hatte, ergab sich offenbar im Vorjahr endlich die Gelegenheit, die Liaison durch einen Trauschein zu besiegeln. Den Ortswechsel vom Hamburg nach München hat Peitsch gut verkraftet, obwohl sie, wie viele „Nordlichter", ein eher introvertierter Mensch sei und das platte Land liebe. „Ich bin Hamburg innerlich immer noch sehr verbunden. Aber ich lebe gerne in München, es lebt sich irgendwie leichter hier. Und die Umgebung ist einfach nicht zu toppen." Dass sie viele Freunde hier gefunden hat, habe ihr den Ortswechsel zudem erleichtert.

Heute engagiert sich Monika Peitsch im Kinderhilfswerk „Plan International", wo sie sich bemüht, Paten für Kinder in der Dritten Welt zu finden. Sie selbst ist derzeit Patin eines indischen Kindes.

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