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WAS MACHT EIGENTLICH...

Richtig bekannt wurde Herbert Herrmann (rechts) durch seine Rolle in „Drei sind einer zu viel“ mit Thomas Fritsch und Jutta Speidel.
Foto: picture alliance / United Archives / Impress

… Herbert Herrmann?

Als Sonnyboy in launigen Komödien eroberte er in den 70er- und 80er-Jahren die Herzen der Fernsehzuschauer. Besonders populär wurde er durch Serienrollen in „Drei sind einer zuviel" und „Ich heirate eine Familie". Auch auf Theaterbühnen begeistert er das Publikum. Der 77-Jährige feiert im Juni mit der Komödie „Alles was sie wollen" Premiere in Berlin.

Der Schweizer mit deutschem Pass hat sich trotz seiner 77 Jahre jugendlichen Charme und gutes Aussehen bewahrt. Sein Jungbrunnen sei die Arbeit, sagt er. Außerdem mache er jeden Morgen 45 Minuten Gymnastik. „Wir sind doch jung, bis wir sterben müssen! Alle kommen in die Jahre – warum sollte ich mir Gedanken machen? Ich versuche, ein bisschen auf mich zu achten, anständig zu leben und anständig meinen Beruf zu machen", erklärte Herrmann 2016 anlässlich seines 75. Geburtstages der „Münchner Abendzeitung". Dass er seit Jahren mit seinem Kollegen Bernd Herzsprung verwechselt wird, gehört für Herbert Herrmann längst zum Alltag. „Wir sehen uns halt wirklich ähnlich." Wenn er angesprochen werde mit „Guten Tag, Herr Herzsprung. Wie geht es Ihnen?" antworte er immer nur höflich: „Danke, gut!", verriet der Schauspieler 2017 bei „München TV".

„Ich bin ein Sonnenkind"

Der 77-jährige Herbert Herrmann feiert im Juni mit der Komödie „Alles was sie wollen“ Premiere in Berlin.
Der 77-jährige Herbert Herrmann feiert im Juni mit der Komödie „Alles was sie wollen“ Premiere in Berlin. - Foto: picture alliance

Bis Mitte Februar 2019 stand Herrmann mit seiner Lebensgefährtin Nora von Collande in der Boulevard-Komödie „Als ob es regnen würde" wieder auf der Bühne der Berliner Komödie am Kurfürstendamm und konnte da an den Premierenerfolg im Vorjahr anknüpfen. Nach erfolgreichen Gastspielen auf bundesdeutschen Bühnen im Jahr 2018 wird das Schauspieler-Ehepaar mit dieser spannenden Komödie Anfang 2020 erneut nach Berlin zurückkehren. Herrmann, der eigentlich gerne Clown geworden wäre, gehört dort zu den erfolgreichsten Gastspiel-Akteuren und macht traditionell im Sommer für zwei Monate an der Spree Station. Derzeit wird dort das Zwei-Personen-Stück „Alles, was sie wollen" mit Herrmann/von Colande vorbereitet, das am 7. Juni unter Herrmanns Regie Premiere feiern wird. „Fast alles, was die beiden tun, machen sie gemeinsam, beruflich wie privat", schreibt die „Frankfurter Neue Presse" über das „Traumpaar des deutschen Boulevards". Daher führen beide ein Nomadenleben zwischen dem Hauptwohnsitz Tessin, Collandes Appartement in Südfrankreich und Herrmanns Ferienhaus in Mallorca. „Ich bin ein Sonnenkind", betonte Herrmann 2018 beim Rundfunksender WDR4. „Ich hatte eine schöne Kindheit, ich hatte tolle Eltern und habe einfach keinen Grund, schlecht gelaunt zu sein." Außerdem dürfe er einen Beruf ausüben, der ihm Spaß macht und habe fast immer Glück im Leben gehabt. „Ich liebe das Leben und das, was ich tue." Zu dem Sonnyboy-Image steht er bis heute, das sei halt eine Folge seiner damaligen Fernsehrollen als gutaussehender Liebhaber: „Ist doch egal. Ich bin stolz darauf, dass die Leute heute noch darüber sprechen."

Die Frage, was er an einem guten Schauspieler besonders schätze, beantwortet Herrmann mit „Ausstrahlung". „Ich habe mit so vielen Kollegen Theater gespielt, die waren brillant, aber es hat mich total kalt gelassen. Ich merk’ halt, der hat sich das irgendwie vom Kopf her ausgedacht." Solche Kollegen interessierten ihn nicht, da ihnen die Ausstrahlung fehle: „Ich mag, wenn der Beruf aus Herz und Bauch besteht und nicht aus Kopf", sagte Herrmann bei WDR4.

Herrmann liebt gutes Essen

Weil ihm die Sonne „wahnsinnig wichtig" ist, leben Herrmann und seine Partnerin außerhalb ihrer Theaterverpflichtungen überwiegend in Südfrankreich. „Das beflügelt mich sehr. Da kann man am Strand entlanggehen, sich Gedanken machen, da können wir uns über das Leben unterhalten und über neue Stücke." Gerne sei er dort öfters auch mit seiner 2016 erworbenen Vespa unterwegs. Dem WDR verriet er, dass sein sonniges Gemüt manchmal aber in Gefahr gerate: „Wenn ich merke, dass mich jemand bescheißt, dass jemand hinterhältig wird, dann muss ich aufpassen, dass ich nicht ausraste und mich vergesse." Das sei ihm bisher nur zweimal im Leben passiert. Das werde aber nicht nochmal geschehen, „weil ich dann wirklich auch den Respekt vor mir selbst verliere. Nein, man kann sich anders äußern, als dass man laut wird." Der Sonnyboy erkennt bei sich gelegentlich auch noch ein paar andere „Macken": „Ich bin so überpünktlich, das ist so Schweizerisch, ganz furchtbar." Außerdem sei er leidenschaftlicher Konsument: „Ich seh’ was, kaufe es und erfahre dann erst an der Kasse, was es kostet. Das ist ganz gefährlich." Seine gute Laune werde auch beeinträchtigt, wenn er den Hass gegenüber Flüchtlingen erlebe: „Eine ganz traurige Angelegenheit, nicht nur für die Menschen, die hier wohnen, sondern auch für die, die hierher kommen", plädiert er bei allen Schwierigkeiten für mehr Humanität.

Herbert Herrmann ruht sich auf seinem Erfolg nicht aus und schaut mit 77 Jahren noch immer nach vorne. Und plant bereits Projekte für die nächsten beiden Jahre voraus. So lebensfroh, charmant und fröhlich, wie er ist, kann das Publikum von ihm und Nora von Collande noch einiges erwarten. „Wir treten seit 30 Jahren gemeinsam auf", sagte er „RP-online". „Ich möchte dieses Konzept nicht aufgeben, so lange die Leute an der Kasse fragen: Wann kommen die beiden denn wieder?" In seiner Freizeit geht Herrmann gerne wandern, fährt Rollerblades, besucht Kunstausstellungen und liebt gutes Essen.

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