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WAS MACHT EIGENTLICH...

Peggy March, hier im Jahr 1971, feierte als junge Sängerin Erfolge auf internationalen Festivals.
Foto: picture alliance / Keystone

… Peggy March?

Mit 15 hatte sie einen Nummer-eins-Hit in den USA. „Mit 17 hat man noch Träume" machte sie 1965 in Deutschland zum Schlagerstar. Danach war sie aber nur noch als Komponistin weiter erfolgreich. Heute lebt die 71-Jährige in Florida und arbeitet gerade an einem neuen deutschen Album.

Gerade mal 15 Jahre alt war „Little Peggy March", als ihr Song „I will follow him" 1963 an die Spitze der US-Charts stürmte. Damit war sie damals die jüngste Nummer-1-Interpretin der amerikanischen Pop-Geschichte. Dieses neu arrangierte Cover des französischen Petula-Clark-Titels „Chariot" ist immer populär geblieben und kam auch 1992 in dem Film „Sister Act" durch Whoopie Goldberg wieder zu Ehren. Dies sorgte dann für ein kleines Comeback Marchs in den Vereinigten Staaten, wo sie nach ihrem Erstling schnell wieder in Vergessenheit geraten war. In Deutschland und einigen anderen Ländern schaffte March dagegen den internationalen Durchbruch. Vor allem, nachdem sie 1965 die Deutschen Schlager-Festspiele gewonnen hatte: „Mit 17 hat man noch Träume" wurde in neun verschiedenen Sprachen aufgenommen, landete in mehreren Ländern in den Hitlisten und wurde in den USA, in Deutschland und Japan mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. In den Folgejahren war Peggy March mit mehreren deutschsprachigen Gute-Laune-Hits wie „Lady Music" oder „Carnaby Street" erfolgreich und verpasste 1969 und 1975 zweimal nur ganz knapp den Sieg im deutschen ESC-Vorentscheid. Mit dem Titel „You and I" ging sie dagegen 1977 als klare Gewinnerin aus dem Internationalen Musikfestival in Palma hervor.

Noch heute kommt Peggy March nicht an ihren beiden Superhits der 60er-Jahre vorbei, wenn sie auf Kreuzfahrtschiffen oder bei der „Schlager-Legenden-Tournee" vors Publikum tritt. Selbst ihren 70. Geburtstag verbrachte sie im Vorjahr singend auf einem Kreuzfahrtschiff, begleitet von ihrer 45-jährigen Tochter Sande-Ann Harris. In Anspielung auf ihren früheren Hit gestand March dabei der „FAZ": „Auch mit 70 habe ich noch Träume! Ich würde gern mal in einem Zeppelin fliegen und im Weißen Haus für den Präsidenten singen – allerdings nicht für den jetzigen."

„Auch mit 70 habe ich noch Träume"

Pegggy March lebt heute in Florida und arbeitet zurzeit an einem neuen deutschen Album.
Pegggy March lebt heute in Florida und arbeitet zurzeit an einem neuen deutschen Album. - Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Peggy March hatte mit ihrem Mann Arnie Harris ab 1969 zwölf Jahre in Deutschland gelebt, bevor es sie 1981 wieder nach Amerika zurückzog. Als Gründe nennt sie den hierzulande geänderten Musikgeschmack dieser Zeit, die „Neue Deutsche Welle" und ihre 1974 geborene Tochter, die sie lieber in eine amerikanische Schule schicken wollte. Heute lebt March zwar in Florida, aber Deutschland bleibt weiter ihr Karriere-Mittelpunkt. Zu gelegentlichen Konzerten, wie etwa zur beliebten Schlager-Legenden-Tour, reist sie für einige Wochen aus den Vereinigten Staaten an. Im Oktober 2019 stehen gemeinsam mit Kollegen wie Ireen Sheer, Lena Valaitis und Michael Holm weitere acht solcher Nostalgie-Konzerte auf ihrem Programm. Auch zwei Karibik-Musik-Kreuzfahrten sind 2019/2020 noch terminiert. Anfang dieses Jahres hielt sich March einige Zeit in Deutschland auf, um Songs für ihr geplantes neues Album aufzunehmen. Gerade hinter sich hat sie zwei Auftritte in ihrer Heimat Florida, wo sie an einer Rock‘n‘Roll- und „Legenden der 60er"-Party teilnahm.

Ihr Erfolg in Deutschland bescherte March in den 60er-Jahren auch Gastrollen in acht Musikfilmen („Holiday St. Tropez", „Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut"). Nach ihrer Rückkehr in die USA 1981 besuchte sie dort sogar eine Schauspielschule. Außerdem wandte sie sich erfolgreich dem Komponieren und Texten zu. Sie schrieb 1983 für „Dallas"-Star Audrey Landers den Hit „Manuel Goodbye" und 1984 für das Duo Pia Zadora und Jermaine Jackson das international erfolgreiche „When the rain begins to fall". „Dass es so ein Riesenhit werden würde, hätten wir nie gedacht. Es ist immer ein Traum von mir gewesen, einen Hit zu schreiben, der nicht von mir gesungen wird", kommentiert March ihren damaligen Erfolg. 2010 veröffentlichte sie zusammen mit Andreas Zorn eine eigene Version dieses Pop-Evergreens. Die Erinnerung an ihren amerikanischen Nummer-1-Hit von 1963 hält March auf ganz besondere Weise wach: „I will follow him" ist bis heute ihr Handy-Klingelton.

Ihr Hobby sind Tarotkarten

2007 hatte March in den USA mit dem Jazz- und American-Standards-Album „Get Happy" ein weiteres Comeback versucht, ebenso im Jahr darauf in Deutschland mit dem Best-of-Album „Meine Liebe ist stark". Letzte Veröffentlichung war das englischsprachige Album „Always and Forever", das 2012 auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz erschien und von dem die Single „My Christmas Wish" ausgekoppelt wurde. In diesem Jahr wird wohl endlich wieder ein neues Album erscheinen.

Zu ihren Hobbys zählt March, die noch täglich Gesangsübungen macht, das Legen von Tarot-Karten und die Malerei. Außerdem sammelt die überzeugte Nichtraucherin und -trinkerin alles, was mit Musiknoten und Violinschlüsseln zu tun hat. Als Überbleibsel ihrer Deutschland-Jahre in München liebt sie bis heute die bayerische Prinzregententorte. Gerne würde sie mehr Sport machen und fünf Kilo abnehmen, sagte sie 2018 der „Neuen Post": „Ich habe mir einen Cross-Trainer gekauft und ein Fitnessarmband, das meine Schritte zählt." Ihr Vorhaben, täglich 1.000 Schritte zu machen, habe sie aber bisher noch kein einziges Mal erreicht. Gelegentlich nimmt sie jedoch an Wasser-Aerobic-Kursen teil.

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