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WAS MACHT EIGENTLICH...

Bradley Pierce zusammen mit dem späteren Hollywood-Star Kirsten Dunst in „Jumanji“.
Foto: imago / Entertainment Pictures

… Bradley Pierce?

Als zockender Knirps Peter kämpfte er 1995 in dem Kino-Hit „Jumanji" gegen Spinnen, Affen und Krokodile. Danach lieh er seine Stimme etlichen Trickfilm-Figuren und hatte noch einige Kino- und Fernsehrollen. Heute produziert der 36-Jährige Kurzfilme, hat eine Cocktail-Company und organisiert Edelpartys. 2018 war er in „Deacon" noch mal im Kino zu sehen.

Laut Online-Portal „Filmstarts" mixt Bradley Pierce heute deutlich öfter Cocktails als dass er vor der Kamera steht. Angespielt wird hier auf die von ihm und Bella Luna gegründete Cocktail-Company Pierce und Luna, die Barkeeper ausbildet, neue Spirituosen vorstellt, Cocktails entwickelt sowie Partys und Festivals organisiert. Diese Tätigkeit abseits der Schauspielerei ist nur eine von mehreren Standbeinen des emsigen „Jumanij"-Kinderstars. Zusammen mit seinem Freund und Schauspielkollegen J. Paul Zimmermann betreibt Pierce die Produktionsgesellschaft „ZFO Entertainment", die hauptsächlich als Presse- und Medien­agentur arbeitet, aber auch eigene Kurzfilme realisiert. Erstes Kind dieser Firma ist der Kurzfilm „Vultures", der 2016 entstand. Trotzdem hat Pierce sich noch nicht ganz von der Schauspielerei verabschiedet: Bis heute übernimmt er gelegentlich Rollen vor der Kamera oder dem Mikrofon als Synchronstimme und Sprecher von Videospielen. Deshalb zeigt er auch berufliches Interesse an neuen Entwicklungen auf dem Spiele- und Comic-Markt und besucht regelmäßig die entsprechenden Messen in den USA. So informierte Pierce sich zuletzt im März 2019 bei der Spielzeugmesse „Toy Con" in Las Vegas oder im Februar bei der Comic-Messe „Pensacon" in Pensacola im US-Bundesstaat Florida.

Heute produziert Bradley Pierce Kurzfilme, hat eine Cocktail-Company und organisiert Edelpartys.
Heute produziert Bradley Pierce Kurzfilme, hat eine Cocktail-Company und organisiert Edelpartys. - Foto: imago/ZUMA Press 

Spielte auch ein autistisches Kind

Die Karriere von Pierce hat schon im Alter von sechs Jahren begonnen, als er in verschiedenen Projekten wie Werbespots, Sprechrollen oder in Film und Fernsehen tätig war. Über ein Jahr lang spielte er die Rolle des Andrew Shawn Donovan in der TV-Serie „Days of Our Lives". Danach lieh er seine Stimme der Teetasse Chip in dem Disney-Film „Die Schöne und das Biest" (1991), dem Flounder in der TV-Serie „Die kleine Meerjungfrau" und 1993/1994 Tails in 26 Folgen der Cartoon-Serie „Sonic the Hedgehog". Nachdem er 1994 ein autistisches Kind in „Niemand hört den Schrei" (mit Patty Duke und Melissa Gilbert) gespielt hatte, kam 1995 sein größter Kinoerfolg in dem Fantasy-Abenteuerfilm „Jumanji" an der Seite von Robin Williams. Danach sprach Pierce noch verschiedene Figuren in der Videospielreihe „Kingdom Hearts" und in der englischen Version des Ghibli-Films „Königreich der Katzen". Als Schauspieler agierte er noch in einer Episode von „Star Trek – Raumschiff Voyager", wo er einen Nachfahren von Captain Janeway spielte, und übernahm 1997 noch eine Hauptrolle in dem Familienfilm „Ein Fall für Borger" mit John Goodman. Immer wieder mal tauchte Pierce dann in Episoden von Fernsehserien auf (zum Beispiel „Roseanne", „Mad about you", „Lois & Clark", „Profiler") oder übernahm Aufträge als Synchronsprecher oder Sprecher in Videospielen.

Verbarg lange seine Depression

2017 gehörte er zur Besetzungsliste des Kurzfilms „Blind" und kehrte dann 2018 eigentlich so richtig wieder mal ins Kino zurück: In dem düsteren Streifen „Deacon" spielt er neben Hauptdarsteller und Regisseur Tyler Cole einen Detektiv. Für die „Jumanji"-Neuauflage im Jahr 2017 hält Pierce ein Lob parat, weil es ein gelungener Familienfilm sei. Er selbst sei aber nicht auf einen Auftritt in diesem Film angesprochen worden, weil die Macher sich wohl bewusst von dem Vorgänger abgrenzen wollten. Nach dem Besuch der gelungenen Premiere sagte Pierce dem Online-Portal „toofab", dem „Jumanji"-Nachfolger habe ein bisschen Herz und der moralische Appell gefehlt, die im Original vorhanden gewesen seien. Er werde sich den Film aber gerne noch mal ansehen mit seinen beiden Söhnen (Gavin, 13, und Dorian, 11), die beide auch schon vor der Kamera gestanden haben. Seine vierjährige Tochter Lorelai sei aber dafür wohl noch etwas zu jung. Erfreut zeigte sich Pierce darüber, dass die Neuauflage „Jumanji – Welcome to the Jungle" inzwischen auch als Videospiel auf den Markt gekommen ist. Wie Pierce vor einiger Zeit öffentlich machte, litt er schon im Alter von 16 Jahren an Depressionen, ebenso wie sein 2014 verstorbener „Jumanji"-Partner Robin Williams. Ihn bezeichnet Pierce als einen der nettesten und großzügigsten Menschen, die er je kennen gelernt hat. Weil ihre beiden gleichaltrigen Söhne befreundet waren, durfte er Williams später sogar ein paar Tage zu Hause im privaten Umfeld erleben: „Es war aufregend, den Mann hinter den Filmfiguren kennenzulernen." Lange hatte Pierce seine Depression weitgehend verborgen gehalten. „Nur ein paar ganz enge Freunde und meine Frau haben davon gewusst. Erst als Robin starb, habe ich seinen Tod und diese Tragödie, die das bedeutete, zum Anlass genommen, an die Öffentlichkeit zu gehen." Seitdem setzt Pierce sich verstärkt für Betroffene ein. Er hilft dabei, an Depression leidenden Patienten ein Forum zu geben und in den sozialen Medien Informationen über diese psychische Krankheit zu verbreiten. Zudem setzte er sich bereits für Leseprojekte ein, war mehrere Jahre Botschafter für die Organisation „Kids with a Cause" und arbeitete für das Rote Kreuz, das Los Angeles Kinderhospital sowie für das YMCA. Bis heute engagiert er sich aktiv für die Krebsforschung.

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