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WAS MACHT EIGENTLICH...

Werner Schulze-Erdel moderierte insgesamt 2.700 Mal das erfolgreiche „Familienduell“
Foto: picture-alliance / KPA Copyright

… Werner Schulze-Erdel?

Durch Fernsehshows wie „Familienduell" oder „Ruck Zuck" wurde er in den 80er- und 90er-Jahren bekannt. Daneben war er als Schauspieler in über 50 TV-Filmen und -Serien zu sehen. Heute arbeitet der 71-Jährige vorwiegend als Produzent und bildet Moderatoren aus.

Nachdem sich Werner Schulze-Erdel 2003 bewusst aus dem Rampenlicht zurückgezogen hatte, geriet er 2018 wieder mal in die Öffentlichkeit: An seinem Geburtstag im Mai bekannte er in einem RTL-Video, dass er nicht – wie bisher angegeben – 66 Jahre alt wird, sondern bereits 70. Außerdem schlüpfte er im November in Jan Böhmermanns Sendung „Lass dich überwachen – Prism is a dancer" in eine „Familienduell"-ähnliche Moderatorenrolle, um sich selbst zu persiflieren und Kandidaten scharf zu kommentieren. Dieser TV-Auftritt soll aber eine Ausnahme sein: „Ich tauche nicht mehr so gerne in der Öffentlichkeit auf", verriet er der „Bild". Zudem wisse er nicht, ob er überhaupt noch in die heutige Fernsehlandschaft passe. Er genießt es aber, dass man ihn immer noch wiedererkennt. So habe ihn kürzlich sogar in Neuseeland ein Mann angesprochen: „Mensch, der Werner. Ich habe mal 10.000 Euro mit dir gewonnen." Oder in einem New Yorker Nobelhotel habe man „dem bekannten Werner" spontan Lady Dis Lieblingssuite zugewiesen. „Und das alles, weil ich mal ein kleiner Fernseh-Fuzzi war mit zwei – wie ich meine – tollen Sendungen. Und weil die Leute mich einfach noch mögen."

Der 71-jährige Werner Schulze-Erdel bildet heute Moderatoren aus
Der 71-jährige Werner Schulze-Erdel bildet heute Moderatoren aus - Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

„Ich bringe das Normale bei"

Vom derzeitigen Unterhaltungsfernsehen hält Schulze-Erdel nicht besonders viel, weil wir dort heute „von Laien infiziert werden". Seinen damaligen Erfolg führt er auch darauf zurück, dass er Menschen nie vorgeführt hat, wie dies heutige Reality-Shows so ausgiebig tun: „Das ist so eine Art Fernsehen, die ich nicht mag. Die Leute, die sich da so bloßstellen, wissen gar nicht, was sie sich antun." Deshalb kam es für ihn auch nicht in Frage, am „Dschungelcamp" teilzunehmen, wo sich einige ehemalige TV-Akteure für ein sechsstelliges Honorar „recyclen": „Mit solchen Leuten setze ich mich ja auch privat nicht zusammen, weil sie mich nicht interessieren. Ich bin lieber mit jungen Leuten zusammen, die die Welt noch verändern wollen", betonte Schulze-Erdel Anfang 2019 in der „Web-Talkshow". Deshalb arbeitet er seit einigen Jahren auch als Coach für den „durch Studium überqualifizierten, aber verkrampften" Moderatorennachwuchs: „Ich bringe ihnen das ganz Normale bei: Sei du selbst. Versuche niemanden zu kopieren. Mach Fehler, auch wenn andere darüber lachen. Die müssen sich als Menschen entdecken", versucht Schulze-Erdel seine Erfahrung aus über 5.700 Fernsehsendungen weiterzugeben. Leider gebe es aber heute zu viele jungen Menschen, die unbedingt ins Fernsehen kommen wollen.

Inzwischen hat Schulze-Erdel Abstand gewonnen von seinen einst so erfolgreichen Fernsehshows. Diverse Neustartversuche von „Familienduell" oder „Ruck Zuck" konnten sich mit anderen Moderatoren nicht durchsetzen, weil sich die Zeiten eben geändert haben und diese Sendungen seiner Meinung nach eher lieblos produziert waren: „Ohne Empathie geht so was gar nicht! Ich wusste gleich, dass sie floppen", sagte Schulze-Erdel kürzlich in der „Web-Talkshow". Obwohl er inzwischen tatsächlich schon Rente bekomme, sieht er sich nicht als „Frührentner", zumal seine Rente zum Leben nicht reiche. Aber zu seiner Zeit habe man beim Fernsehen –
anders als heute – noch gut Geld verdienen können. „Ich habe alles gut angelegt, weil ich ein bisschen clever bin. Und nur einmal verheiratet." Trotzdem hat der Ex-Moderator immer noch Pläne. „Ich habe noch bis September nächsten Jahres Termine und noch einiges in petto von dem, was ich alles gelernt habe." Erst müsse er aber wieder richtig fit werden, denn ihn haben zuletzt Rückenprobleme geplagt. „Daher will ich jetzt wieder mehr Sport machen. Ich will aber unbedingt auch noch mal
Theater spielen, und es gab da auch schon ein paar Angebote in Musicals. Da hatte ich aber ein bisschen Schiss davor, weil man sich schon zwei, drei Jahre vorher festlegen muss."

Sein eigenes Golf-Turnier

Mit nun 70 Jahren stelle sich aber die Frage nach der beruflichen Zukunft nicht mehr so drängend. „Ich beobachte alles, will noch ein paar meiner Ideen umsetzen, aber ich bin genauso gerne auf Mallorca oder kümmere mich um meine zwei großen Golf-Turniere." Das Mitglied des bekannten Eagles Charity Golf Clubs, das auch Artikel in einem Fachmagazin schreibt, betreut seit zehn Jahren sein eigenes Turnier „Good Hope" im westfälischen Halle. Zudem verantwortet er zusammen mit seinem Freund Karl Josef Liefers in diesem Jahr schon zum siebten Mal den Eagles Krimi Cup in seiner Heimatstadt Münster.

Der Erlös dieses Turnieres geht an die NCL-Stiftung, die demente Kinder unterstützt. Zusätzlich hat Schulze-Erdel ein großes Charityprojekt gestartet, bei dem ihn unter anderem auch sein langjähriger Kumpel Udo Lindenberg unterstützt. Das Projekt hat in Namibia ein großes Dorf errichtet, in dem mehr als 200 Waisenkinder betreut und externe Schüler unterrichtet und im Handwerk ausgebildet werden. „Dafür ziehe ich gerne 30 Leuten beim Golfen das Geld aus der Tasche", betont Schulze-Erdel.

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