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WAS MACHT EIGENTLICH...

Annie Lennox und Dave Stewart 1989 bei einem Auftritt als Eurythmics
imago images/BRIGANI-ART

...Annie Lennox

Als weiblicher Teil des Duos Eurythmics gelangen ihr in den 80er-Jahren zahlreiche Welthits. Danach war sie auch als Solistin erfolgreich. Heute arbeitet die 65-jährige Oscar-Preisträgerin als Songwriterin und ist als politische Aktivistin tätig.

Annie Lennox kann ein beeindruckendes musikalisches Lebenswerk aufweisen: 80 Millionen verkaufte Alben, 34 Hit-Singles, vier Grammys, ein Oscar, ein Golden Globe und elf Brit-Awards. „Wenn ich auf die Songs zurückblicke, die ich geschrieben und gesungen habe, dann ging es in allen um grundlegende menschliche Existenzbedingungen.“ Viele Eurythmics-Songs seien deshalb auch etwas melancholisch gewesen. „Aber wir wollten immer die beste Musik machen, die wir konnten. Aber zu sagen: Lass uns einen Nummer-eins-Hit machen, das ist unmöglich“, betont Lennox 2018 in der englischen Zeitung „The Independent“. Das Songschreiben hat die Schottin bis heute nicht verlernt: Vor knapp zwei Jahren wurde ihr für den Film „A Private War“ komponiertes und interpretiertes Lied „Requiem for a Private War“ für den Golden Globe als bester Filmsong nominiert. Davor hatte Lennox, die seit den 90er-Jahren als Solistin arbeitet, 2014 ihr letztes Album „Nostalgia“ samt Video veröffentlicht. 2015 war sie mit einem Coversong in „Fifty Shades of Grey“ und 2017 als Gastsängerin bei Ralph McTells Neufassung seines Hits „Streets of London“ zu hören.
Die Corona-Krise hat Annie Lennox zu einer neuen Herangehensweise an die Musik gebracht: In der Isolation mit ihrem Mann und ihrer Tochter habe sie beschlossen, ihre eigene musikalische Bilanz zu ziehen und am Piano neue Songs zu entwickeln: „Nichts besonders Ausgetüfteltes. Ich singe akustisch, das Piano ist akustisch, ich habe eine Liste mit Songs und versuche, sie durchzuarbeiten“, beschrieb Lennox im April bei „Daily Mail online“ ihre Arbeitsweise. Ihre Musik spende ihr Trost und helfe ihr, die herausfordernde Gegenwart zu überstehen, in der sie „zwischen absolut verzweifelt und richtig motiviert“ schwanke. Zum Glück habe sie ihre Familie, die sie großartig unterstützt und ihr helfe, gelegentliche depressive Verstimmungen zu überstehen.

Unterstützt Aids-Kampagne

Annie Lennox heute
Annie Lennox heute - Foto: picture alliance / Photoshot

Jenseits der Musik hat Annie Lennox sich schon immer für gesellschaftliche Fragen engagiert. Sie spielte zu Karrierebeginn mit Geschlechterrollen und inszenierte sich mal als androgynes Wesen, mal betont weiblich als Vamp. Schon lange engagiert sie sich in der LGBT-Community und wurde so zu einer „Gay-Ikone“. Lennox ist auch Botschafterin der Entwicklungshilfe-Organisation Oxfam und arbeitet in Kampagnen gegen die weltweite Armut mit. Sie unterstützt schon lange die Nelson-Mandela-Aidskampagne „46664“ und mit ihrer Annie-Lennox-Stiftung und deren „Sing Foundation“ den Kampf gegen Aids bei Frauen und Kindern.
Für die Unesco arbeitete Lennox von 2010 bis 2013 als Goodwill-Botschafterin mit und hat für ihren Einsatz fürs Rote Kreuz dessen Humanitäts-Preis erhalten. Seit vielen Jahren unterstützt sie Amnesty International (AI) und trat auf der 50. Internationalen AI-Jahreskonferenz als Gastrednerin auf. Verstärkt setzt sie sich in jüngerer Zeit auch für den Klimaschutz ein und unterstützt die Forderungen nach einer Unabhängigkeit Schottlands. Viele internationale Auszeichnungen konnte sie bis heute als Aktivistin sammeln, darunter ist neben dem Sonderpreis des Deutschen Nachhaltigkeitspreises „für langjähriges humanitäres Engagement“(2008) auch der „Friedensgipfel-Preis“ der Friedensnobelpreisträger (2009). 2011 wurde Lennox von der Queen für ihren Kampf gegen Hunger und HIV in Afrika zum Officer des Order of the British Empire ernannt. Um ihre Ziele zu propagieren, hat die Musikerin 2006 auch eine Rede vor dem britischen Parlament gehalten und wurde im gleichen Jahr zur Patronin des Master-Studiengangs „Humanitarian and Development Practice“ an der Oxford Brookes Universität gewählt. Lennox nahm als Interpretin in den vergangenen Jahrzehnten an zahlreichen Wohltätigkeitskonzerten teil und hat den Erlös von Plattenverkäufen humanitären Organisationen gespendet. Folgerichtig setzte sich die Reihe ihrer Auszeichnungen 2013 auch mit dem Preis der Musikindustrie fort, der ihr musikalisches Werk und ihre humanitären Einsätze gleichermaßen würdigt.

Mehrere Auszeichnungen

Letzte Ehrungen erhielt Lennox 2016 mit dem „Elle Style Award“ für außergewöhnlichen Erfolg und der Livingston-Medaille für ihren Einsatz gegen HIV und für die Frauenrechte. Zum internationalen Frauentag 2019 hat sie gemeinsam mit Herzogin Kate in London an einer Podiumsdiskussion teilgenommen und in dem Apple-Kurzfilm „Global Feminism“ mitgewirkt. Lennox will ihr gesellschaftspolitisches Engagement auch künftig fortsetzen und weiterhin eine Ansprechpartnerin sein für Frauen, die an HIV erkrankt sind, aber in der Öffentlichkeit keine Stimme haben und wenig Unterstützung erhalten.
Zahlreiche Erinnerungsstücke aus ihrer musikalischen Karriere und ihrem politischen Aktivismus wie Kostüme, Fotos, Auszeichnungen, persönliche Stücke, Videos und Interviews hat Lennox erstmals 2011/2012 fünf Monate lang unter dem Titel „The House of Annie Lennox“ im Londoner „Victoria and Albert“-Museum der Öffentlichkeit präsentiert. Es folgten seitdem noch weitere mehrwöchige Ausstellungen in anderen englischen und schottischen Städten.

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