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WAS MACHT EIGENTLICH...

Ruth-Maria Kubitschek 1963 in dem Fernseh­spiel „Bezaubernde Mama“
Foto: imago / United Archives

… Ruth-Maria Kubitschek?

Mit der Hauptrolle im Durbridge-Straßenfeger „Melissa" wurde sie 1966 zum deutschen Fernsehstar. Danach war sie vor allem mit TV-Serien wie „Monaco Franze", „Kir Royal" oder „Das Erbe der Guldenburgs" erfolgreich. Seit ihrem Rückzug 2014 malt die 89-Jährige erfolgreich Blumenbilder, schreibt Bücher und pflegt ihren Traumgarten am Bodensee.

Ihre letzte Rolle spielte Ruth-Maria Kubitschek 2013 in Matthias Schweighöfers Filmkomödie „Frau Ella", für den sie ein Jahr später sogar den Jupiter-Preis als beste deutsche Darstellerin bekam. Seitdem hat sich die beliebte Schauspielerin aus ihrem Beruf zurückgezogen und lässt sich auch auf Branchen-Events nicht mehr blicken: „Ich habe diesen Rummel und die Auftritte auf dem roten Teppich immer gehasst, und ich bin froh, dass es kein Muss mehr für mich gibt", gibt sie heute zu.

„Es ist schön, alt zu werden"

Inzwischen lebt Kubitschek zurückgezogen im schweizerischen Fruthwilen auf ihrem Anwesen am Bodensee. „Wer weiß, wie viel Zeit mir noch bleibt? Aber diese Zeit möchte ich für mich haben", sagte sie vor zwei Jahren der „Münchner Abendzeitung". Sie wolle jetzt nur noch in Ruhe leben: „Mein Gesicht gehört jetzt mir, fertig aus! Ich werde in Würde alt und habe keine Angst, in den Spiegel zu schauen, weil ich wieder mal im Fernsehen eine Rolle spiele und gut aussehen muss", erklärt sie und verrät dann, wie sie den Tag beginnt: „Morgens meditiere ich, sonst zerrinnt mir der Tag. Und wenn es nur fünf Minuten sind, die brauche ich zur Besinnung, damit ich mich mit mir selbst und allem, was um mich herum ist, innerlich in Ruhe verbinden kann", sagte sie kürzlich in einem ihrer seltenen Interviews. Viel Zeit verbringt die Schauspielerin in ihrem 4.000 Quadratmeter großen Terrassengarten, den sie mit viel Liebe in ein kleines Paradies verwandelt hat und „Garten der Aphrodite" nennt. Seit einem Reha-Aufenthalt 2018 muss sie allerdings ihren gärtnerischen Einsatz zurückschrauben: „Meine Knie machen Probleme, deshalb brauche ich einen Stock." Daher seien manche Tätigkeiten inzwischen zu anstrengend. So erfreut sie sich heute vor allem an ihrem jüngsten Projekt, einer Blumenwiese für Bienen. Besonders verbunden fühlt Kubitschek sich ihren großen Bäumen, die sie gern umarmt. „Das ist eine wirksame Methode, um zu entspannen und neue Kraft zu sammeln", sagte sie kürzlich dem Magazin „Liebenswert". Sie ist froh, dass sie „geistig völlig klar im Kopf" ist. Sie liest sehr viel, sieht sich Nachrichtensendungen an und schmiedet auch noch Reisepläne: „Ich kenne die Toskana überhaupt nicht. Ebenso die Amalfi-Küste und Frankreich. Ich würde mich gern in mein Auto setzen, meinen Skizzenblock im Gepäck und einige Wochen lang auf Reisen gehen: Ganz allein", detaillierte sie 2018 ihr Wunschprogramm, das sie seither je nach ihrem Gesundheitszustand umzusetzen versucht.

Ruth-Maria Kubitschek wurde 2015 mit einem Bambi ausgezeichnet
Ruth-Maria Kubitschek wurde 2015 mit einem Bambi ausgezeichnet - Foto: picture alliance / dpa | Hubert Boesl

Trotz einiger Wehwehchen geht es ihr nach eigenen Angaben recht gut, sodass sie keinen Grund hat, zu klagen: „Es ist schön, alt zu werden", betont Kubitschek, die auch viel Zeit mit ihrem Sohn Alexander und ihrem Enkel verbringt. „Ich bin jetzt bei mir angekommen, habe meine innere Ruhe gefunden", sagt die 89-Jährige. Mit dem Thema „Alter" hat sie sich 2013 auch in ihrem bisher letzten Buch, dem Bestseller „Anmutig älter werden" beschäftigt. Darin gibt sie Ratschläge, wie man sich auch im hohen Alter noch Lebensqualität erhalten kann. Schon zuvor hatte sie sich ab 1993 in elf Büchern vor allem den Themen Meditation, Esoterik und Natur gewidmet, aber 2008 mit „Im Fluss des Lebens" auch einen Roman veröffentlicht. Wegen ihres hohen Alters macht Kubitschek sich inzwischen immer öfter auch Gedanken über den Tod, den sie bewusst erleben möchte. Sie wünscht sich, dass ihre Urne nicht auf dem Friedhof, sondern im Rahmen eines lustigen Festes in ihrem Garten beigesetzt wird, was in der Schweiz erlaubt ist.

Seit Jahren auch Klimaaktivistin

Da Kubitschek sich schon seit über 30 Jahren als Umwelt- und Klimaaktivistin betätigt hat, „leider oft ungehört", freut es sie, dass Greta Thunberg jetzt so viel Aufmerksamkeit für ihr Klima-Anliegen erhält. Die Natur und vor allem die Blumen stehen auch schon lange im Mittelpunkt von Kubitscheks Malerei, die sie nach einer durch den Tod ihres Lebensgefährten bedingten Pause seit einem Jahr wieder aufgenommen hat. Einen Teil ihrer Arbeiten hat sie zuletzt im Vorjahr auf einer mehrtägigen Ausstellung am Bodensee präsentiert.

Kubitschek, seit 2013 Schweizerin, hat in ihrer Karriere jede Menge Auszeichnungen erhalten: Vom Goldenen Gong 1983 für ihre Paraderolle als „Spatzl" in „Monaco Franze" über zwei Bambis, die Goldene Kamera, das Bundesverdienstkreuz, den Bayerischen Verdienstorden bis hin zum Leading Ladies Award (2013) reicht ihre Trophäensammlung. Sie habe ihren Beruf „wahnsinnig" geliebt, er habe sie über schwere Erlebnisse als Kind und junge Frau getragen. Jetzt möchte sie aber „nur noch die Ruth sein!" Kubitschek verfolgt aber weiter das Fernsehgeschehen und sieht sich kritisch die früher von ihrem Lebensgefährten Rademacher produzierte Erfolgsserie „Das Traumschiff" an. Allerdings findet sie die Serie zuletzt „katastrophal" und „hochkitschig", will aber dem neuen Kapitän-Darsteller Florian Silbereisen eine Chance zu geben: „Der Rademann mochte den Silbereisen. Es ist doch schön, wenn die Crew verjüngt wird!", sagte sie 2019 der „Gala".

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