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WAS MACHT EIGENTLICH...

Elisabeth Brück als Lisa Marx mit Devid Striesow alias Haupt­kommissar Jens Stellbrink
Foto: imago images / stock&people

… Elisabeth Brück?

Bekannt wurde sie von 2013 bis 2019 als TV-Kommis­sarin Lisa Marx im saarländischen „Tatort". Außerdem war sie in Kinofilmen und in Theaterrollen zu sehen und ist als Autorin und Regisseurin tätig. Mit ihrem „Theater Film Werk Saar Brück" erarbeitet die 49-Jährige Theater- und Filmprojekte und arbeitet als Coach für Sprecherziehung und Schauspiel.

Im Januar 2019 war Elisabeth Brück zum letzten Mal als „Lisa Marx" in einem neuen Saar-„Tatort" zu sehen. Die erste Frau, die im Saarland als „Tatort"-Kommissarin ermittelte, wird heute auf diese Rolle immer noch angesprochen, zumal sie durch die „Tatort"-Wiederholungen gelegentlich noch auf dem Bildschirm präsent ist. Oft hört Brück – inzwischen erblondet – jedoch auch, dass sie dieser rothaarigen Schauspielerin aus dem „Tatort" verblüffend ähnlich sehe: „Sieben Jahre ‚Tatort‘ hinterlassen Spuren. Es hat mir eine riesige Freude bereitet, als gebürtige Saarlouiserin mein Land mit dem ‚Tatort‘ in die Bundesrepublik zu transportieren", bekennt sich Brück gegenüber FORUM als überzeugte Saarländerin. Nie habe sie den Wunsch verspürt, ihre Heimat aus beruflichen Gründen zu verlassen: „Wenn wir stabil und innovativ die Region stärken, können wir es schaffen, der Pulsschlag im Herzen Europas zu sein", ist sie vom Potenzial des Saarlandes überzeugt. „Bei all meinen Projekten und gerade wenn ich drehe, fragen mich die Menschen: Wie kann ich helfen, ein Teil davon sein?" Eine solche Hilfe sei auch erforderlich, da am Fortbestand der Kultur alle Gesellschaftsbereiche aktiv mitwirken müssten.

Bevor Elisabeth Brück mit 28 Jahren vor die Kamera trat, erprobte sie sich bereits als Neunjährige in einer Kirchen-Spielschar. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie auf der Bühne und hinter den Kulissen. So hat sie etwa im Saarbrücker „Theater im Viertel" als Autorin und Regisseurin Theaterstücke realisiert, stand selbst auf der Bühne oder konnte als künstlerische Leiterin des „Theaters im Tunnel" (Grube Velsen) ab 2010 eine Zeit lang ihre Idee vom „Theater am ungewöhnlichen Ort" verwirklichen.

Überzeugte Saarländerin

Die 49-Jährige erarbeitet Theater- und Filmprojekte und arbeitet als Coach
Die 49-Jährige erarbeitet Theater- und Filmprojekte und arbeitet als Coach - Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress / Frederic Kern

Häufig hat Brück auch in Luxemburg gearbeitet, wo sie mit Maximilian Schell auf der Bühne stand und mit Greta Scacchi und Isabelle Huppert gedreht hat: „Bei jedem Projekt entsteht eine Theater- und Film-Familie, die für einen Zeitraum alles sehr intensiv und pur miteinander erlebt." Eine mutige, innovative und vom Vertrauen in das Leben geleitete kollegiale Zusammenarbeit mache die künstlerische Arbeit „so liebenswert, spannend, reich an Kraft und wichtig für die Gesellschaft". Eine Gesellschaft ohne Kultur ist für Elisabeth Brück undenkbar. „Wir müssen in die Diskussion gehen, gerade weil sich die Bedingungen und Umstände für Kulturschaffende erschweren. Filmarbeit ist Teamarbeit, und nur wenn wir uns alle den neuen Herausforderungen stellen, können wir neue Wege gehen", betont Brück. Gerade in puncto Nachhaltigkeit gebe es auch für Filmproduktionen Chan­cen, als Vorbild vorauszugehen. Sie plädiert auch dafür, künftig verstärkt starke Rollenprofile für weibliche Hauptrollen zu entwickeln und diesen Figuren „mehr Fleisch" zu geben, denn immer noch würden starke Figuren vorwiegend mit Män­nern besetzt. „Es geht nicht um Quote, sondern um Augenhöhe", so Brück.

Seit dem Abschied vom „Tatort" richtet sich das berufliche Hauptaugenmerk der 49-Jährigen auf den Aufbau des „Theater Film Werk Saar Brück". „Mein Anliegen ist es, innovative Ideen in Planungssicherheit auf den Markt zu bringen und mit einem Alleinstellungsmerkmal für unser Saarland nachhaltig Arbeitsplätze zu schaffen", beschreibt sie ihre Zielsetzung. So könnten in einer noch ausbaufähigen Kooperation mit Wirtschaft, Universität und Politik interessante Zukunftsperspektiven für junge Saarländer geschaffen werden.

Hält sich mit Kampfsport fit

Elisabeth Brücks aktuelles „großes Filmprojekt" mit dem Arbeitstitel „Federblut" musste in den vergangenen Monaten wegen Corona zurückstehen. Nach ersten Drehtagen in Auersmacher wurden die weiteren Arbeiten in Frankreich unterbrochen, bis auf Hindernisse wie Masken, Abstand halten und Formulare verzichtet werden kann.

Dennoch ist Brück überzeugt, dass die Pandemie dauerhaft ihre Spuren hinterlassen wird: „Wir sollten uns darauf fokussieren, wie wir diese neue Wirklichkeit mit Lebensqualität, auch in Betracht auf unsere Nachkommen, füllen und wie wir alle dazu beitragen können!" Als versierte Kampfsportlerin hält Elisabeth Brück Bewegung für wichtig: „Ich bin dankbar für meinen Körper und versuche, mich mit Ausdauersport und ausgewogener Ernährung fit zu halten." Die Corona-Einschränkungen hat sie verstärkt genutzt, um gemeinsam mit ihrem Mann zu kochen oder Kuchen zu backen. Daneben fasziniert sie die Natur und die Rosenzucht in ihrem Garten. Immer wieder gerne unternimmt sie mit ihrem Mann auch Motorradtouren und kann inzwischen sogar an ihrer alten Yamaha XT 600 selbst die Vorderradbremsen wechseln: „Nur Fliegen ist schöner als Motorradfahren. Der Segelflugschein steckt mir noch in der Nase, muss aber vorerst warten", verrät Brück im Gespräch.

Im Fernsehen schätzt sie Wissenschaftsbeiträge und ist seit der Kindheit hin- und hergerissen zwischen Historien- und Zukunftsfilmen: „Die Vergangenheit erzählt mir Geschichten, und die Zukunft inspiriert mich." Von Elisabeth Brück wird man daher sicher noch einiges hören und sehen.

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