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WAS MACHT EIGENTLICH...

An der Seite von Diana Rigg mimte er Agent James Bond im Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“
Foto: picture alliance / Captital Pictures

… George Lazenby?

Als Connery-Nachfolger übernahm er 1969 die Hauptrolle im James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät", lehnte wegen interner Unstimmigkeiten aber das Angebot für weitere sechs „007"-Filme ab. Bis 2003 war er noch in kleineren Produktionen zu sehen und kehrte dann erst ab 2014 wieder vor die Kamera zurück. Demnächst ist er in „Z Dead End" zu sehen.

Lieber verkaufe ich wieder Autos als weiter einen stereotypen Bond zu spielen!", begründete George Lazenby die Ablehnung eines Vertrages, der ihn nach „Im Geheimdienst Ihrer Majestät" mit weiteren sechs 007-Rollen zum Millionär gemacht hätte. Hintergrund dieser Entscheidung war, dass Lazenby vergeblich versucht hatte, mehr Einfluss auf die Figur des James Bond zu nehmen. Auch beklagte er sich darüber, dass die Produktionsfirma ihn als neuen Hauptdarsteller nicht genügend in den Vordergrund gerückt hätte. „Ich ließ das Angebot sausen, weil ich gedacht habe, dieser Bond ist nicht mehr zeitgemäß", erklärte Lazenby 2019 dem Magazin „Home Cinema". Über seinen teuren Verzicht mache er sich bis heute keine Gedanken. Die arrogante Haltung eines Newcomers stieß damals auch bei arrivierten Bond-Mitwirkenden auf Unverständnis. Andererseits gab es immer wieder auch Lob von Bond-Darstellern wie Roger Moore („Wenn George nicht hingeschmissen hätte, wäre kein anderer von uns mehr Bond geworden!"). Lazenbys konsequente Haltung führte zu einem Karriereknick, auch weil die verärgerte Produktionsfirma ihn branchenintern als „schwierig im Umgang" bezeichnete. Das weist er heute als „Bullshit" zurück: „Ich wollte niemanden enttäuschen oder Schwierigkeiten machen."

Wirkte in einigen Action-Filmen mit

Demnächst ist der 82-jährige Schauspieler in „Z Dead End“ zu sehen
Demnächst ist der 82-jährige Schauspieler in „Z Dead End“ zu sehen - Foto: picture alliance / Newscom 

Sonst hätte man ihm wohl am Set sicher nicht so viele Annehmlichkeiten gewährt und „den Briefkasten mit Geldscheinen vollgestopft." Rückblickend kann Lazenby seinem damaligen Bond-Ausstieg viel Positives abgewinnen: Einmal konnte er sich so der für die 007-Rolle seiner Meinung nach erforderlichen „geistigen Konditionierung" entziehen. Und zudem konnte er sich mehr seiner Familie widmen: „Ich habe wunderschöne Kinder, die ich vielleicht nicht gehabt hätte, wenn ich den Bond weiter gemacht hätte!", betont Lazenby 2019 im „Stern". Dennoch litt er offensichtlich unter seinem Abgleiten in die schauspielerische Bedeutungslosigkeit: In den 70er-Jahren hatte er zwei Nervenzusammenbrüche und ein Alkoholproblem. Jedenfalls musste sich Lazenby nach seinem Ausstieg bei Bond mit einigen 007-Parodien, B-Movies und Gastrollen in TV-Serien zufriedengeben. Nach seiner Übersiedlung nach Hongkong wirkte der Träger eines schwarzen Karate-Gürtels in einigen dortigen Action-Filmen mit. Eine sich anbahnende Zusammenarbeit mit Bruce Lee scheiterte an dem frühen Tod des legendären Actiondarstellers, den Lazenby als einen guten Freund bezeichnet. Da es ihm einige Zeit lang an Schauspiel-Jobs fehlte, versuchte er sich in den 70er- und 80er-Jahren mit einigem Erfolg als Motocross-Fahrer und engagierte sich in den 90ern zeitweise in der Restaurant-Kette „Spy House".

2003 zog Lazenby sich aus der Filmbranche zurück und kehrte erst 2014 mit einer Rolle in zwei Folgen der TV-Serie „Legit" wieder vor die Kamera zurück. 2016 folgten zwei Film-Engagements in „A Winter Rose" und „Dance Angels". Es folgten 2017 der Thriller „Death Game" und die Dokus „And the winner is…", und „Becoming Bond". 2019 übernahm er eine Sprechrolle in der Hörbuch-Version des Spionage-Thrillers „Passport to Oblivion", und er wirkte in der Film-Doku „Real Men – Wahre Männer" mit, die das heutige Männerbild thematisiert. Im Mai 2019 besuchte Lazenby anlässlich des 50. Jahrestages von „Im Geheimdienst Ihrer Majestät" ein neuntägiges Fan-Event im portugiesischen Estoril und schwärmte dort von seinem einzigen Bond-Film: „Zuallererst hat er eine gute Story! Er hat eine Menge Dinge, mit denen sich der Fan in seinem Leben identifizieren kann, nicht nur Liebe und Bonds Hochzeit. Und er hat jede Menge Action!", betonte Lazenby in „Home Cinema" und gab zu, dass ihm seine 007-Rolle später durchaus auch einige Vorteile gebracht hat: „Wenn die Leute rausfinden, dass du James Bond warst, stehen dir viele Türen offen!" Trotzdem möchte er nicht auf 007 reduziert werden: „Wenn meine Kinder sich an mich als guten Vater erinnern, so ist mir das viel mehr wert!"

Sean Connery war für ihn Vorbild

Wenn in diesen Tagen der neue Bond „Keine Zeit zu sterben" endlich in die Kinos kommt, kann Lazenby wohl wieder Vergleiche zwischen sich und anderen Bond-Darstellern ziehen. „Bis heute können die Journalisten nicht verstehen, wie ein Männer-Model, das vorher nie einen Schritt auf ein Film-Set gemacht hat, in die Schuhe des Sean Connery passte!", verwies er 2020 in der „Bild"-Zeitung auf sein Filmdebüt. Viel Lob hat Lazenby für „Ur-Bond" Connery übrig, den er als Vorbild bezeichnet: „Ich habe ihn ein paarmal in L.A. getroffen, und er hat mir ins Gesicht gesagt, dass ich gut war!" Viel hält Lazenby auch vom aktuellen „007": „Daniel Craig ist großartig als Bond. Sehr physisch. So wie ich!", zitierte ihn im Vorjahr der österreichische „Kurier". Lazenby selbst steht gerade wieder bei Dreharbeiten für den Zombie-Kinofilm „Z Dead End" vor der Kamera, dessen Produktion coronabedingt erst in den nächsten Wochen beendet sein wird. Lazenby spielt darin den US-Präsidenten. Marlboro-Model, James Bond, US-Präsident: Sieht so ein Karriereknick aus!?

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