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WAS MACHT EIGENTLICH...

Groß
Foto: picture alliance / Eventpress
… Michael Groß?

Er ist mit 21 Titelgewinnen zwischen 1983 und 1991 der zweit­erfolgreichste deutsche Schwimmsportler. Nach seiner Karriere engagierte sich der „Albatros“ in verschiedenen Sportverbänden, promovierte zum Dr. phil. Seitdem arbeitet er als Uni-Dozent und Unter­nehmensberater. Groß referiert häufig auf Unter­nehmens­veranstaltungen, zum Beispiel am 22. September in der Prowin-Akademie Reden.

Seine Medaillen liegen irgendwo auf dem Dachboden. Ich habe sie schon seit Jahren nicht mehr in der Hand gehabt!“, unterstreicht Michael Groß, dass ihn diese Trophäen heute mit seiner Schwimmkarriere kaum mehr verbinden. Besuch von Schwimmwettkämpfen: „Nein, gar nicht. Die Zeiten sind lange vorbei!“ Der „Albatros“, wie Sportreporter ihn früher titulierten und wie er heute öfters noch angesprochen wird, fliegt nicht mehr. Er hat seine Höhenflüge auf andere Bereiche verlagert. Schon mit 26 Jahren hat Groß nach dem erneuten Gewinn einer WM-Goldmedaille seine Badehose an den Nagel gehängt und sich zu neuen Ufern aufgemacht. Neben dem Sport hatte er bereits Germanistik, Politik und Medienwissenschaft studiert, und nach Karriereende erwarb er zielstrebig den Doktortitel als Philologe.

Zu Groß für den Traumjob Pilot

Weil es mit seinem beruflichen Traum als Pilot wegen seiner 2,01 Meter Körperlänge nichts werden konnte, versuchte Groß, seine Erfahrungen im Leistungssport und in der Wissenschaft geschickt zu kombinieren und auf diesen Feldern beruflichen Erfolg zu haben: „Die intensive Zeit im Sport ist ohnehin nur eine Lebensphase. Manche versuchen aber, diese Phase ewig zu verlängern. Ich glaube aber, dass man sich damit unterfordert. In jedem steckt viel mehr, als er selbst mobilisieren kann. Er entdeckt dann nicht, was alles in ihm steckt, und verpasst eine Menge!“ Deshalb hat Groß sich schon früh in der Deutschen Sporthilfe engagiert, weil sie Athleten auch in außersportlichen Belangen fördert, um ihnen Zukunftsperspektiven zu sichern.

Groß selbst hat viel ausprobiert und es scheint ihm gelungen zu sein, sein Potenzial auf vielfältige Weise zu aktivieren. Davon will er auch andere profitieren lassen: Seit 2001 in Frankfurt und seit 2012 in Königstein/Taunus ist er als selbstständiger Unternehmensberater tätig. Bei seinen vielen Vorträgen setzt er sich mit Themen auseinander wie Talent-Management, Motivation, Digital Leadership, Team Building und ähnlichen Inhalten, bei denen er seine Erfahrungen in Sport und Wissenschaft einbringen kann. Der Reiz dieser verschiedenartigen Tätigkeiten liegt für ihn darin, dass diese Bereiche sich gegenseitig befruchten und auch ihn selbst persönlich weiterbringen.

Die Beliebtheit von ehemaligen Sport-Assen als Unternehmensreferenten führt Groß nicht zuletzt auf ihre Erfahrung im Umgang mit Niederlagen, auf ihre Flexibilität und auf ihre Motivation, immer am Ball zu bleiben, zurück. Der 53-Jährige ist sich sicher, dass seine Anregungen von den Unternehmensleitungen auch umgesetzt werden.

Groß hat zudem schon seit einigen Jahren einen Lehrauftrag an der privaten Uni „Frankfurt School of Finance and Management“, wo er im Bereich „Personalführung und Unternehmenskultur“ tätig ist und derzeit das Masterseminar „Digital Leadership“ leitet. Den ehemaligen Leistungssportler reizt es, dass seine Studenten ihn elektronisch bewerten können: „Ich möchte bei der Bewertung unter den besten 30 Prozent der Lehrkräfte sein. Wenn die Studenten sagen, dass ich sie wirklich weitergebracht habe –das ist für mich der Maßstab.“

Seiner Einschätzung nach sind die jungen Leute durchaus engagiert genug, die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. „Manches fällt ihnen aber zu leicht. Viele wissen gar nicht, was alles Tolles in ihnen steckt. Mehr Mut zum Risiko und Neues wagen, könnte einigen nicht schaden!“

Weil es heutzutage schwieriger werde, sich objektiv zu informieren, rät er seinen Studenten, den direkten Kontakt zu suchen: „Mit Experten reden, sich möglichst direkt an der Quelle zu informieren, sich selbst einen Eindruck verschaffen und ein Gefühl für die Sache zu entwickeln: Das ist elementar für eine gute Entscheidung!“

FreizeitSport
zum Abschalten

Sein Privatleben musste früher häufig zurücktreten. Nun hat er neue Freiräume: „Meine Kinder studieren selbst. Dadurch habe ich wieder mehr Zeit für mich und meine Frau und kann vielleicht eine neue Sportart ausprobieren!“ Vor drei Jahren habe er mit Wakeboarden begonnen, dabei werde es aber wohl nicht bleiben. Mountainbiken und „alles mit einem Brett unter den Füßen“ sind seine Lieblingssportarten, die er mit Fitnesstraining ergänzt. „Zum Abschalten ist für mich Sport das Beste. Wenn das Gehirn nicht nachdenkt, dadurch aber im Remote-Status die Informationen neu kombinieren kann, kommen mir die besten Ideen!“
Interessierte können die Veranstaltung mit Michael Groß am 22. September in der Prowin-Akademie in Reden besuchen.

Peter Schmidt

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