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WAS MACHT EIGENTLICH...

In Deutschland ist es still geworden um die einst erfolgreiche Sängerin Sandra. Im Bild: Sie kam 2015 zum Münchener Oktoberfest.
Foto: imago/Spöttel Picture

… Sandra?

Die 80er waren die Zeit der Dauerwellen, Schulter­polster und Discokugeln. Aber auch die Epoche, die durch Hits wie „Maria Magda­lena" und „Everlasting Love" geprägt wurde. Die Stimme hinter diesen Erfolgs­­songs gehört zu Sandra, einer der damaligen Pop-Ikonen. In Deutschland ist es still geworden um die einst erfolgreiche Sängerin. In Russland hingegen wird sie als Star gefeiert.

Die Männerherzen lagen ihr zu Füßen, mit ihrer Stimme verzauberte sie Tausende Menschen, und mit mehr als 30 Millionen verkauften Platten weltweit zählt sie bis heute zu den erfolgreichsten Sängerinnen Deutschlands. Sandra schwamm auf einer Welle des Erfolges, lebte den absoluten Musik-Traum der 80er-Jahre. Die Leidenschaft für die Musik entdeckte die heute 55-Jährige, die in Saarbrücken geboren wurde, schon in ihrer Kindheit. Mit elf Jahren nahm sie an einem Talentwettbewerb teil, jedoch blieb der große Erfolg zunächst aus. Trotzdem erschien ein Jahr später ihre erste Single „Andy, mein Freund".

„Es war Liebe auf den ersten Blick"

Ihre Liebe fürs Rampenlicht verfolgte sie immer eisern. Nachdem sie ihre Schule mit der mittleren Reife abgeschlossen hatte, wurde sie 1977 Leadsängerin der Band „Arabesque". In Deutschland war die Girlband eher unbekannt. Anders sah es in Japan aus. In Fernost begeisterten sie die Fans mit ihren Disco-Klängen und traten in ausverkauften Konzerthallen auf. Im Jahr 1983 stieg sie aus der Band aus und begann ihre Solokarriere. Ihr erstes Lied „Maria Magdalena" wurde ein Riesenhit und schoss in 21 Ländern direkt an die Spitze der Charts. Sie avancierte zum neuen Superstar der 80er-Jahre, produzierte einen Hit nach dem anderen und wurde mit Gold und Platin ausgezeichnet. Auch privat hatte sie damals ihr Glück gefunden. Am 7. Januar 1988 heiratete Sandra den Musiker Michael Cretu. Trauzeuge war kein Geringerer als der Neue-Deutsche-Welle-Star Hubert Kah. Doch dann kam mit den 90er-Jahren ein neues Jahrzehnt, das der 80er-Pop-Welle einen Dämpfer verpasste. Technobeats und House waren angesagt, Buffalo-Boots und Batik-Shirts verdrängten die Schulterpolster und Dauerwellen. Und auch um Sandra wurde es still. Für sie galt nun Familie statt Karriere. Am 5. Juli 1995 brachte die Künstlerin die Zwillinge Sebastian und Nikita zur Welt. Mit einem „Best of Album" versuchte sie 1999 an ihre glanzvollen Zeiten anzuknüpfen – allerdings ohne Erfolg. Mit neuen Songs aus dem Studioalbum „Wheel of Time" präsentierte sie der Öffentlichkeit 2002 erneut ihr Comeback. Für eine Woche hielt sich die Platte auf Platz acht in den Top-Ten-Charts. In Kooperation mit anderen Künstlern wie DJ Bobo („Secrets of love") und Thomas Anders („The night is still young") versuchte sich die 80er-Jahre-Ikone daraufhin als Duettpartnerin. In den Folgejahren brachte sie immer wieder neue Alben auf den Markt. Jedoch konnte sie die Charterfolge und großen Auftritte nicht mehr erreichen.

„Ich werde auf Händen getragen"

Privat standen auch einige Veränderungen an. 2008 trennte sich die Sängerin von ihrem langjährigen Partner Michael Cretu. Eine neue Liebe fand sie in Unternehmer Olaf Menge. 2010 gaben sich die beiden auf den Seychellen das Ja-Wort. „Es war Liebe auf den ersten Blick", schwärmt sie in einem Interview. Jedoch kam es 2014 zur Trennung des Paares. Aktuell verbringt die Maria-Magdalena-Sängerin die meiste Zeit auf Ibiza, ihrer Wahlheimat. Auf der Sonneninsel lebt sie nun schon seit mehr als 35 Jahren. Allerdings verbringt sie die Tage dort meist ohne ihre Söhne, da die beiden in den Niederlanden studieren. Als Mutter sei dieser Umstand das Schlimmste für sie, da sie nur schwer loslassen kann und ihre Kinder schrecklich vermisse, wie Sandra vor einiger Zeit im Gespräch mit T-Online bedauerte. Die letzten musikalischen Töne in Deutschland gab sie 2016 von sich, als sie ein weiteres „Best of"- Album auf den Markt brachte. In Russland hingegen wird sie als Star gefeiert. Dort gibt sie seit 2000 regelmäßig Live-Shows mit bis zu 60.000 Zuschauern. Die Musik der 80er ist dort angesagt wie nie zuvor. Sandra wird heute in Russland verehrt und bewundert wie einst in den 80er-Jahren, als ihr Stern auch am deutschen Pop-Himmel strahlte. „Ich habe da sehr, sehr viele Fans. Ich werde auf Händen getragen", berichtet sie glücklich in einem Interview.

In Deutschland sind vorerst keine Konzerte geplant. Aber man weiß ja nie – die Lust am Singen jedenfalls ist bei Sandra ungebrochen, und eventuell füllt sie mit ihren Live-Shows auch noch mal die Konzerthallen hierzulande. Sicherlich halten ihre treuen Fans die Neon-Stulpen und bunt gemusterten Leggings für das nächste 80er-Revival schon bereit.

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