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WAS MACHT EIGENTLICH...

Viktor Worms und Dr. Gabriele Kröner auf einem roten Teppich im Europapark in Rust.
Foto: imago / HOFER

… Viktor Worms?

Den meisten Fernsehzuschauern ist er noch aus den 80er-Jahren als Nachfolger von Dieter Thomas Heck als Moderator der ZDF-„Hitparade" bekannt. Der Hörfunk-Spezialist war danach noch als Unterhaltungschef bei Antenne Bayern und dem ZDF tätig. Heute berät er mit seiner Firma Worms Mediapartner Rundfunksender, bildet Moderatoren aus und produziert Fernsehsendungen.

Mir macht Radio einfach mehr Spaß", bekennt sich Viktor Worms heute eindeutig zum Hörfunk. „Wenn ich mich im Radio gehört habe, fand ich mich richtig gut. Im Fernsehen dagegen fand ich mich verkrampft." Daher ist es nachvollziehbar, dass der Düsseldorfer schon während seiner erfolgreichen TV-Zeiten mit der ZDF-„Hitparade" oder der Tele-5-Show „Stadt, Land, Fluss" auch wieder ans Radiomikrofon wechselte. „Dort habe ich mich immer sicherer gefühlt als im Fernsehen", gesteht der 57-Jährige.

Heute nutzt Viktor Worms seine Fernseh- und Hörfunkerfahrungen als Medien-Unternehmer. Schon seit 1998 hatte er neben seinen hauptamtlichen Tätigkeiten auch als Hörfunkberater und Moderationstrainer gearbeitet. Und 2002 führte er in der TV-Produktionsfirma von Christoph und Thomas Gottschalk die Geschäfte, bevor er in diesem Metier ab 2003 „sein eigenes Ding" machte. Seine Worms Mediapartner GmbH (WMP) ist heute ein gefragtes Unternehmen, das für bekannte Radiosender wie Antenne Bayern, BigFM, RPR1 oder die Regiocast-Gruppe Programmstrategien und Konkurrenzanalysen anfertigt oder Sendungen fürs Fernsehen produziert: „Ich sehe mich in meiner Arbeit als Entwickler von Ideen, Strategien, Konzepten und vor allem Talenten. Ich liebe diese Verrückten, die anders sind als andere."

Plädiert für mehr Live-Sendungen

Während der Fernsehpreisträger von 1999 heute nicht mehr vor eine TV-Kamera treten würde, reizt ihn das Radiomikrofon immer noch. Als Ausbilder von Nachwuchs-Moderatoren hält er es aber für klüger, nicht mehr selbst auf Sendung zu gehen. Rückblickend betont Worms, dass jede Zeit ihre Formate und ihre technischen Möglichkeiten habe. Eine Show wie die ZDF-„Hitparade" sei heute gar nicht mehr möglich: „Durch die neuen Medien, durch Spotify, Youtube und personalisierte Musikbibliotheken ist Musikgenuss für jeden jederzeit und überall möglich. Heute würde niemand mehr auf seine Musiksendung warten und dann einschalten. Die Zeit für Musikshows ist einfach vorbei", betont Worms. Nicht viel hält er auch von dem Trend zu vorproduzierten Radiosendungen: „Radio ist Leben und Leben ist live. Es muss nicht perfekt klingen." Durch die Vorproduktion gehe die Faszination des Hier und Jetzt verloren. „Wir begeben uns da in einen Kampf, den wir nicht gewinnen können. Er wird durch Inhalte gewonnen und durch den Charme, die Persönlichkeit, das Knowhow und die Strahlkraft der Stars", plädiert Worms für möglichst viele Live-Sendungen und verstärktes Bemühen des Radios um junge Talente. In seinen Moderationsschulungen will er dem Nachwuchs beibringen, wieder mehr gute Geschichten zu erzählen. Das habe das Radio verlernt, es könne mehr als Uhrzeit, Staus und Musiktitel ansagen. Seine Expertise bringt Worms seit 2015 auch in der Jury des Deutschen Radiopreises ein. Das mache ihm viel Spaß, weil er dadurch neue Ideen und Talente kennenlerne und sich mit Branchenkennern austauschen könne.

Ein anderes Standbein von Worms ist die Produktion von Fernsehsendungen. Sein Lieblingskind ist sicher die „José Carreras Spendengala", die er seit 2012 jedes Jahr vor Weihnachten produziert. Dies sei für ihn immer wieder etwas ganz Besonderes, auch weil er Carreras bei seinen Patientenbesuchen in Krankenhäusern begleiten dürfe: „Wenn man dort erlebt, wie tapfer Ärzte und Patienten gemeinsam gegen die Leukämie ankämpfen, dann relativieren sich die eigenen Probleme schlagartig." Wohltätigkeit ist Worms auch sonst ein Anliegen. Er ist im Gründungsbeirat der Tabaluga-Kinderstiftung und gehört dem Vorstand der Hugo-Tempelmann-Stiftung an, die in afrikanischen Townships arbeitet. Auch die Peter-Maffay-Stiftung und die José-Carreras-Leukämiestiftung unterstützt Worms mit seiner Mediapartner GmbH schon länger. Er nutze seine medialen Kontakte, um Aufmerksamkeit für Hilfsprojekte zu wecken und Geld dafür zu sammeln. „Es verlangt uns keine großen Opfer ab und hilft doch Tausenden, die nicht das Glück haben, in einer wohlhabenden Gesellschaft zu leben." Im aktuellen Fernsehen findet Worms die Musikshows „The Voice" und „Sing meinen Song" großartig, während er bei DSDS beklagt, dass sich dort das Fernsehen aus seiner Verantwortung für ein Millionenpublikum verabschiedet habe. Auf das lineare Fernsehen, das Programme zu festen Zeiten hintereinander anbietet, sieht Worms Probleme zukommen. Dies entspreche nicht mehr dem Medienverhalten nachfolgender Generationen. Auch er selbst schaue im herkömmlichen Fernsehen nur noch die Nachrichten, Fußball und den „Tatort" live, alles andere rufe er nach Bedarf in der Mediathek ab.

Engagiert sich in vielen Stiftungen

Privat ist Worms stolz auf seine drei erwachsenen Kinder: „Die sind gelungen." Am besten entspannen könne er in seinem Zuhause am Wörthsee. Und in der Allianz-Arena, wo er bei allen Heimspielen des FC Bayern einen Stammplatz im Block 121 hat, obwohl er auch immer noch Fortuna-Düsseldorf-Fan ist. Da er gerne liest, aber für Bücher zu wenig Zeit hat, sei er trotz neuer Medien immer noch ein „Zeitungsfreak".

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