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WAS MACHT EIGENTLICH...

Für ihre schauspielerische Leistung in „Norma Rae“ erhielt sie 1980 ihren ersten Oscar.
Foto: picture alliance / Everett Collection

… Sally Field?

Mit je zwei Oscars und Golden Globes, drei Emmys und vielen weiteren Preisen gehört sie seit 1970 zu den höchst­dekorierten US-Schauspielerinnen. Außerdem arbeitet sie als Regisseurin und Produzentin. Zuletzt war die 72-Jährige im Kinofilm „Little Evil" (2017) und der US-TV-Serie „Maniac" (2018) zu sehen. Kürzlich stand sie auch in „All my Sons" auf der Londoner Theaterbühne.

Die vierjährige Beziehung zu Burt Reynolds Ende der 70er-Jahre war eine ganz besondere, die Heiratsanträge ihres Kollegen aber hat Sally Field nicht erhört. Noch kurz vor seinem unerwarteten Tod im September 2018 bezeichnete Reynolds Field öffentlich als die „Liebe seines Lebens". In einigen Actionkomödien wie „Ein ausgekochtes Schlitzohr", „Nobody’s perfect" oder „Um Kopf und Kragen" stand das damalige Traumpaar auch gemeinsam vor der Kamera. Ihre größten Leinwand-Erfolge hat Field aber in anderen Filmen mit anderen Partnern gehabt: So erhielt sie 1980 ihren ersten Oscar für die Hauptrolle in „Norma Rae –Eine Frau steht ihren Mann", dem schon 1984 der zweite folgte für die Hauptrolle in „Ein Platz im Herzen". Für diese beiden Rollen wurde sie auch mit dem Golden Globe ausgezeichnet, für den sie weitere sechs Mal nominiert war. Bei acht Emmy-Nominierungen war sie drei Mal Preisträgerin: für die TV-Produktionen „Sybill" (1977), „Emergency Room" (2001) und „Brothers and Sisters" (2007). Dazu kommen noch angesehene Preise wie beispielsweise der Screen-Actors-Guild-Award, der American Movie Award oder der Preis fürs Lebenswerk 2013 beim Filmfestival in Palm Springs. 2014 erhielt Field ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Da sie in den vergangenen Jahren häufiger Theater gespielt hat, ließen auch dort Preise nicht lange auf sich warten: 2017 bekam Field den Broadway Publikumspreis und eine Tony-Nominierung für ihre Rolle in dem Tennessee-Williams-Stück „A Glass ­Menagery". Anfang dieses Jahres stand die zweifache Oscar-Gewinnerin im Londoner Old-Vic-Theater drei Monate in dem Arthur-Miller-Drama „All my Sons" auf der Bühne.

Mir vielen Preisen ausgezeichnet

Sally Field stand kürzlich auch in "All my sons" auf der Londoner Theaterbühne.
Sally Field stand kürzlich auch in "All my sons" auf der Londoner Theaterbühne. - Foto: picture alliance / AP Photo

Die Filmkarriere schien Field in die Wiege gelegt, nicht nur wegen ihrer schauspielenden Mutter Margaret. „Als ich auf die Welt kam, hat der Arzt meine Mutter angeschaut und gesagt: ‚Glückwunsch, Sie haben eine Schauspielerin bekommen!‘", erzählte Field in einem Interview. Erstmals vor einer Kamera stand sie dann 1965/66 in 32 Episoden der TV-Serie „Gidget" und von 1967 bis 1970 in 81 Folgen der Sitcom „The Flying Nun". Dazwischen war Field 1967 als Pionierstochter in dem Western-Klassiker „Der Weg nach Westen" zu sehen. In den folgenden vier Jahrzehnten stand sie auf der Besetzungsliste etlicher Kinoerfolge wie „Magnolien aus Stahl" (1989), „Mrs. Doubtfire" (1993), „Forrest Gump" (1994), „Natürlich blond" (2003) oder „Lincoln" (2012). Für „Lincoln" war sie 2013 noch mal als beste Nebendarstellerin für den Golden Globe nominiert. 2017 ließ Field sich überreden, in der Netflix-Horror-Komödie „Little Evil" ihres Sohnes Eli Craig wieder vor die Filmkamera zu treten. Auch im US-Fernsehen gab sie Gastspiele: 2017 in der Doku „Spielberg", wo sie sich selbst spielte, und 2018 in der Net-
flix-Mini-Serie „Maniac" an der Seite von Justin Theroux und Emma Stone.

Auch jenseits der Kamera hat Field sich in der Filmbranche etabliert: So entstand 1996 unter ihrer Regie der Film „Der Weihnachtsbaum", dem dann 2000 die Komödie „Beautiful" folgte. Mit ihrer eigenen Firma Fogwood Film produzierte sie dann 2010/11 16 Episoden der TV-Serie „Brothers and Sisters".

Field hat sich stets auch politisch engagiert. Die überzeugte Demokratin und Unterstützerin von Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton lehnt kriegerische Konfliktlösungen ab. In ihrer Rede bei der Emmy-Verleihung 2007 sagte sie: „Wenn Mütter die Welt regieren würden, gäbe es nicht diese gottverdammten Kriege!" Ihre friedliebende Einstellung hat die dreifache Mutter auch an ihre Söhne Peter (50, Autor) und Eli Craig (47, Regisseur) und Samuel Greisman (32) weiterzugeben versucht. Da ihr jüngster Sohn Sam sich offen zu seiner Homosexualität bekennt, setzt sich Field auch für die Rechte Homosexueller ein. Dafür erhielt sie aus den Händen ihres Sohnes 2012 den „Ally for Equality"-Award der Human Rights Campaign, der größten und politisch einflussreichsten LGBTQ-Organisation der USA. Besorgt zeigt sich Field heute, weil Amerika eine ehrliche, mutige Führung fehle und sich der einst großartige „amerikanische Traum" gerade verändere: „Ich habe Angst vor dem American Dream. Und ich habe schreckliche Angst vor Amerika!", bekannte sie in einem Interview der American Academy of Achievement.

Kämpft auch für Frauenrechte

Die seit 2012 in Greenwich Village/Manhattan lebende Field leidet seit 2005 an Osteoporose. Seitdem engagiert sie sich unter dem Motto „Rally with Sally for Bone Health" für eine bessere Früherkennung und Behandlung der Knochenkrankheit. In ihrer 2018 unter dem Titel „In Pieces" erschienenen Autobiografie gibt die US-Amerikanerin Einblicke in ihr schauspielerisches und privates Leben. Dazu gehört auch die Offenbarung, dass sie von ihrem Stiefvater jahrelang misshandelt wurde. Die vierfache Großmutter kämpft zudem auch für Frauenrechte, gehört zur Führung der Frauen-NGO „Vital Voices Global Partnership" und war sechs Mal Gastgeberin der Verleihung des Global Leadership-Awards.

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