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WAS MACHT EIGENTLICH...

Nadja Auermann feierte als Model internationale Erfolge. Hier 1997 auf einer Mailänder Modenschau
Foto: picture-alliance / dpa

… Nadja Auermann?

Zwischen 1993 und 2003 gehörte sie zu den bekanntesten deutschen Models. Einige Male stand sie auch als Schauspielerin vor der Kamera. Nun ist die 50-Jährige in „Der Boandelkramer und die ewige Liebe" in einem neuen Film zu sehen.

Nadja Auermann, die am 19. März dieses Jahres ihren 50. Geburtstag feiern konnte, ist auch ohne den Catwalk und die Blitzlichter glücklich. Deshalb hat das einstige Top-Model sich weitgehend aus dem Rampenlicht zurückgezogen und sieht sich zu allererst jetzt als Hausfrau und Mutter. Nicht zuletzt deswegen ist sie nach Stationen in Monte Carlo und Potsdam inzwischen nach Dresden gezogen. „Wir führen ein ganz normales Familienleben mit mir als Hausfrau und Mutter", verriet sie der „Bunten". Sie sei stolz auf ihre Model-Vergangenheit, trauere ihr aber nicht nach: „Mir ist es wichtiger, im Hier und Jetzt zu leben." Ihren 50. Geburtstag vor ein paar Monaten hat sie im „kleinen und vertrauten Familienkreis" gefeiert.

Tochter auch als Model tätig

In den 90er-Jahren hatte die wegen ihres kühlen Looks als „blonde Eiskönigin aus Deutschland" bezeichnete Auermann eine der ganz großen Karrieren im Modebusiness gemacht, es auf die Titelseiten führender Magazine geschafft und war mit ihren 112 Zentimeter langen Beinen sogar zweimal im „Guinness Buch der Rekorde" gelistet. „Ich hatte das Glück, in einer Zeit arbeiten zu dürfen, wo man gerne Models mit Persönlichkeit nahm", resümierte sie 2015 in einem ihrer seltenen Interviews. Für Modezar Karl Lagerfeld war sie „ohne Zweifel eine der schönsten Frauen der Welt" und er lobte vor allem ihre Wandlungsfähigkeit. Auch privat standen sich das Model und der Modemacher näher, und Lagerfeld war sogar Patenonkel ihrer ältesten Tochter. „Ich verdanke dir so viel", würdigte Auermann „das Universalgenie" Lagerfeld bei dessen Beerdigung 2019.

Die 50-Jährige ist in dem Film „Der Boandelkramer und die ewige Liebe“ zu sehen.
Die 50-Jährige ist in dem Film „Der Boandelkramer und die ewige Liebe“ zu sehen - Foto: picture alliance / Eventpress

Im Rückblick auf eine große Karriere betont Auermann die Unterschiede zum heutigen Modebusiness. Alles sei damals noch nicht so durchkommerzialisiert gewesen: „Wir sind in Sachen über den Laufsteg spaziert, die zum Großteil nie produziert wurden, weil kein Mensch sie hätte tragen wollen." Während früher eine Modenschau eher ein Happening gewesen sei, habe sie heute den Eindruck, dass es mehr um die Verkaufszahlen geht. Schon vor einigen Jahren hatte sie ein Gesetz gegen die immer magerer werdenden Models gefordert: „Es geht darum, kein pädophiles Schönheitsideal in der Mode zu prägen. Mir wird schlecht, wenn dann auch noch auf Drogen-Junkie geschminkt wird", machte sie ihrem Unmut Luft. Froh ist Auermann auch, dass sie heute kein Super-Model mehr sein muss, denn sie finde es schwierig, ihr privates Leben – wie inzwischen in ihrer Branche üblich – in den sozialen Medien ausbreiten zu müssen.

Auch wenn es inzwischen stiller um Auermann geworden ist, zeigt sie sich doch hin und wieder in der Öffentlichkeit. So schritt sie 2019 mit ihrer ebenfalls als Model tätigen Tochter Cosima über den roten Teppich der „Berlinale". Gelegentlich steht sie auch selbst noch als Model vor der Kamera und ist sogar wieder zur Schauspielerei zurückgekehrt, die schon ab der Jahrtausendwende für sie wichtiger geworden war als das Modeln. Schon 1992 war sie in George Michaels Musikvideo „Too Funky" und 1993 in der Fashion-Doku „Catwalk" zu sehen. 2003 folgte eine Hauptrolle in der Kurz-Krimisatire „Who killed the idea?", bevor sie in den beiden TV-Filmen „Dornröschens leiser Tod" (2003) und „Das letzte Kapitel" (2005) mitwirkte. Zuletzt war sie 2018 in der Sat1-Komödie „Entdecke die Mandy in dir" als nervige Designerin zu sehen. Eine weitere Rolle bekam Auermann im letzten Film des 2020 verstorbenen Regisseurs Joseph Vilsmaier, der unter dem Titel „Der Boandlkramer und die letzte Liebe" die Geschichte des Brandner Kaspar fortsetzt. Der Streifen, der schon 2020 starten sollte, wurde wegen der Corona-Pandemie mehrfach verschoben und lief dann vor drei Monaten vorab bei Amazon Prime. Anfang 2022 soll er dann anlässlich des zweiten Todestages von Vilsmaier bei einem Kino-Event-Wochenende endlich auch auf der großen Leinwand gezeigt werden. Ebenso wie Auermanns älteste Tochter versucht sich auch Sohn Nicolas (22) als Model und Schauspieler und war schon zusammen mit seinem Vater Wolfram Grandezka in der TV-Soap „Verbotene Liebe" zu sehen. Auermann, die vier Kinder von drei Männern hat, hält ihr Privatleben weitgehend von der Öffentlichkeit fern. In einem Interview hat sie dennoch verraten, dass sie ihre Kinder beruflich tatkräftig unterstützt und ihnen neben einem gesunden Selbstvertrauen vor allem auch Respekt als Wert mitgeben wollte: „Beides gehört zusammen. Nur wenn man sich selber liebt, kann man auch die anderen Menschen besser respektieren!"

Rechtstreit mit deutschem Fiskus

Inzwischen hinter sich gelassen hat Auermann ihren Rechtsstreit mit dem deutschen Fiskus, in dem es darum ging, ab wann sie in Deutschland lebt und steuerpflichtig ist. Sie hatte 1997 eine renovierungsbedürftige Immobilie in Potsdam gekauft, sie aber erst nach fünfjähriger Sanierung ab 2002 bezogen. Das Finanzamt setzte das Jahr des Haus­erwerbs als Beginn der Steuerpflicht in Deutschland fest und verurteilte Auermann zu einer Steuernachzahlung von 80.000 Euro, die 2015 auf 49.500 Euro reduziert wurde. Das Model sieht sich als Opfer einer unklaren Rechtslage, denn es sei „sehr steuerehrlich".

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