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WAS MACHT EIGENTLICH...

Seal freut sich über seinen Grammy, der ihm am 28. Februar 1996  in Los Angeles verliehen wurde
Foto: picture-alliance / dpa / epa / AFP

 Seal?

Mit 90er-Jahre-Hits wie „Crazy" oder „Kiss from a rose" und als Ehemann von Model Heidi Klum erreichte er bis zu der Scheidung 2012 eine hohe Medienpräsenz. Der 58-jährige dreifache Grammy-Preisträger hat 2017 sein letztes Album „Standards" veröffentlicht, arbeitet jetzt an einer EP-Serie und hat die Musik zum neuen Netflix-Film „The harder they fall" beigesteuert.

Wie alle Musiker leidet Seal derzeit unter den beruflichen Folgen der Pandemie, weil sie seinen Kontakt zum Publikum wesentlich reduziert hat. „Immer in solch schweren Zeiten waren Kunst, Malerei, Filme oder Musik die großen Kommunikatoren. Sie haben alle zusammengebracht, waren das Medium für Solidarität und haben den Menschen die Hoffnung vermittelt, schwierige Perioden zu überstehen", umreißt der Musiker eine wichtige Rolle der Künstler, die sie wegen Corona zuletzt nicht mehr entsprechend ausfüllen konnten. Während Seal auf das „extrem unhygienische" Händeschütteln schon seit einigen Jahren verzichtet, muss er inzwischen sein alternatives Begrüßungsritual aus Infektionsgründen ändern, denn er sei sonst üblicherweise „den ganzen Tag am Umarmen". Mit dieser Geste wolle er zeigen, dass er in einen echten Kontakt treten will, denn er ist überzeugt: „Es ist viel schwerer, jemand zu hassen, mit dem man auf Tuchfühlung geht." Deshalb fällt Seal das Abstandhalten in Pandemie-Zeiten nicht leicht. Den Kontakt zu seinen Bekannten hält er deshalb gerne über Facetime, aber nur, wenn sein Gegenüber nicht nur Floskeln austauschen will, „sondern an einem echten Gespräch interessiert ist." Insgesamt ist Seal aber zuversichtlich, dass die Pandemie die Menschen stärker, wacher und mitfühlender werden lässt.

Arbeitet täglich mit Vocal-Coach

Seal hat 2017 sein letztes Album „Standards“ veröffentlicht, und hat die Musik zum neuen Netflix-Film "The harder they fall“ beigesteuert
Seal hat 2017 sein letztes Album „Standards“ veröffentlicht, und hat die Musik zum neuen Netflix-Film "The harder they fall“ beigesteuert - Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress / Regina Wagner

Weil er in den vergangenen Jahren häufig an Projekten anderer Musiker beteiligt war und an etlichen Charity-Konzerten teilgenommen hat, ist Seal musikalisch stets auf dem neuesten Stand, auch wenn eigene Hits vom Format wie „Kiss from a rose", „Loves divine" oder „Amazing" im vergangenen Jahrzehnt ausgeblieben sind. Besonders angetan hat es ihm derzeit der englische Singer-Songwriter Roo Panes. Von den arrivierten Musikern schätzt er besonders Ed Sheeran, auch wenn der nicht sein Lieblingskünstler sei: „Aber er ist ein höllischer Songschreiber, der Millionen Menschen berührt. Er singt sich die Seele aus dem Leib und ist authentisch", lobt Seal das britische Hit-Wunder.

Seal, der 2019 auch an der US-Show „The masked Singer" teilnahm, versucht schon seit längerem, junge Musiktalente zu fördern. So gehörte er seit 2012 mehrfach der Jury von „The Voice of Australia" an und war 2017 Gast-Juror der Casting-Show „Americas got talent". „Für mich steht nicht sehr die TV-Show im Vordergrund, aber ich liebe es sehr, mit den Talenten zu arbeiten", erzählte Seal 2019 im „Bradenton Herold". Dabei liege es ihm fern, den jungen Künstlern zu sagen, wie sie zu singen haben. Vielmehr wolle er ihnen ihr Potential aufzeigen und sie in die richtige Richtung lenken. Seal selbst arbeitet auch heute noch fast jeden Tag mit seiner englischen Vocal-Trainierin Rachel Black an seiner gefühlvollen Stimme.

Sein letztes, inzwischen zehntes Studioalbum „Standards", das auch einige amerikanische Klassiker enthält, wurde 2019 für den Grammy als „bestes Traditional Pop Vocal Album" nominiert. Schon kurz danach stürzte Seal sich in sein aktuelles Projekt, bei dem er sich seinen Fans von einer ganz neuen Seite präsentieren will. Angeregt durch persönliche Herausforderungen und Erfahrungen, will Seal mit den neuen Songs, die sich mit den Themen Handlungsfähigkeit und Engagement beschäftigen, in einen Dialog mit dem Hörer eintreten. Die Songs sollen jedoch nicht als komplettes Album erscheinen, sondern als eine Abfolge von mehreren EPs.

Abseits seiner musikalischen Arbeiten zeigt Seal ein großes soziales Engagement und versucht, bei vielen gemeinnützigen Projekten Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht. Zuletzt hat er im Mai 2021 mit der „68. Boomtown Gala" über 250.000 Dollar für verschiedene Kinderhilfsorganisationen eingespielt.

Fahrradfahren und Tennis

Seal würde sich gerne auch mehr Zeit für seine Kinder nehmen, auch wenn sie bei der Mutter leben. Vor ein paar Monaten hatte er im Magazin „US Weekly" bedauert, dass er und Klum in Erziehungsangelegenheiten nie ein richtiges Team waren. Medienberichten zufolge hat das einstige Promi-Paar kürzlich eine Vereinbarung getroffen, dass Seal künftig mehr Gelegenheit bekommt, Zeit mit den gemeinsamen Kindern zu verbringen. Der Sänger verriet in dem Interview auch, dass sich seine Kinder nie für seine Gesangsaktivitäten interessiert hätten: „Wir haben nie wirklich über meine Musik gesprochen." Trotzdem verfolgt Seal das „privilegierte" Aufwachsen seiner Kinder aufmerksam, sieht sich aber dabei eher als eine Art Leitfigur mit begrenztem Einfluss: „Wenn sie älter werden, merkt man schnell, dass sie einem nicht gehören." Mit seiner Adoptiv-Tochter Leni, Klums 17-jähriger Tochter aus der Beziehung mit Flavio Briatore und am Anfang einer eigenen Modelkarriere, war Seal auch schon öfter mal auf einem „roten Teppich" zu sehen, zuletzt im Oktober 2021 in Los Angeles bei der Vorstellung des Netflix-Films „The harder they fall", zu dem Seal die Musik beigesteuert hat.

In seiner Freizeit widmet sich Seal seinen Reisen und seinem Dachshund Donatello und hält sich mit Fahrradfahren und Tennis fit.

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