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WAS MACHT EIGENTLICH...

Robert Wagner
Foto: imago / MediaPunch

… Robert Wagner?

Zum Star wurde er ab den 60ern durch Kino-Hits wie „Der rosarote Panther" und „Flammendes Inferno" und die TV-Serie „Hart, aber herzlich". Der 89-Jährige steht derzeit wegen des ungeklärten Todes seiner Ex-Frau Natalie Wood 1981 im Fokus der Polizei.

Schon 38 Jahre liegt der mysteriöse Tod der US-Schauspielerin Natalie Wood zurück, und trotzdem beschäftigt der ungelöste Fall immer wieder die amerikanische Polizei. Wood, seit 1972 zum zweiten Mal mit Wagner verheiratet, war 1981 bei einem Yacht-Ausflug unter ungeklärten Umständen ertrunken. Die ursprüngliche Bewertung des Vorgangs als „Unfall" hat die Polizei nach neuen Ermittlungen und einer Autopsie der Ertrunkenen 2013 in „verdächtiger Tod" umgewandelt. Trotz Spekulationen der Boulevardpresse, Wagner könnte seine Frau bei einem Streit über Bord gestoßen haben, galt der Schauspieler bisher nicht als Verdächtiger. Im Februar 2018 wurde Wagner aber von der Polizei als „Person von Interesse" eingestuft, weil Zweifel an seiner Version des Vorfalls aufgekommen sind: „Da passt einiges nicht zusammen." Bezeugt ist inzwischen, dass es auf dem Boot tatsächlich einen Streit zwischen den Eheleuten gegeben hat. Wagner, der dies nicht bestreitet, war die letzte Person, die Wood lebend gesehen hat. Eine Vernehmung hat er jedoch in den letzten Monaten mehrfach abgelehnt, ebenso öffentliche Stellungnahmen. Dennoch gilt er neuerdings als verdächtig. Die US-Presse berichtet über diese neue Lage nur sehr zurückhaltend, solange von den Behörden keine offiziellen Fakten geliefert werden. Woods Schwester Lana und der damalige Yacht-Skipper Dennis Davern haben Wagner im September 2018 jedoch in einer TV-Show des Mordes beschuldigt. Davern berichtete, dass er Wagner nach einem Streit der Eheleute allein auf Deck vorgefunden habe. Dieser habe ihm Wood als vermisst gemeldet, einen angebotenen Hilferuf jedoch abgelehnt. Wagner hat dazu nicht Stellung bezogen und ließ die Anschuldigungen durch einen Vertreter als „schamlos" zurückweisen.

Robert Wagners Ehefrau Natalie Wood ertrank bei einer Boots-Tour unter merkwürdigen Umständen.
Robert Wagners Ehefrau Natalie Wood ertrank bei einer Boots-Tour unter merkwürdigen Umständen. - Foto: imago / Cinema Publishers Collection

Yacht-Skipper beschuldigte ihn

Scheinbar unbeeindruckt von solchen Anschuldigungen hat Robert Wagner noch im Oktober 2018 in New York für sein umfangreiches Schaffen in Film und Fernsehen den „Burton Moss Hollywood Golden Era Award" entgegengenommen. „Er hat mit den Größten seiner Zunft zusammengearbeitet, weil er selbst einer von ihnen war", hieß es in der Laudatio. Seine größten Erfolge auf der Leinwand hatte Wagner in den 60er-Jahren, wo er in zahlreichen Filmklassikern mitwirkte, wenn auch meist in Nebenrollen: „Der Untergang der Titanic" (1951), „Prinz Eisenherz" (1954), „Die weiße Feder" (1955), „Der längste Tag" (1961), „Der rosarote Panther" (1963), „Indianapolis" (1969). Auch in den 70er-Jahren, als er schon bevorzugt fürs Fernsehen arbeitete, wären noch Erfolgsstreifen wie „Flammendes Inferno" (1974) oder „Die Schlacht um Midway" (1976) zu nennen. Zwischen 1953 und 1984 stand Wagner insgesamt sechsmal auf der Nominierungsliste für den Golden Globe, ging aber jedesmal leer aus. Dafür wurde er mit zwei Sternen auf dem Hollywood Boulevard of Fame geehrt und gewann 1980 den People‘s Choice Award als beliebtester Fernsehdarsteller. Zum Jahrtausendwechsel bekam Wagners Karriere dann vor allem durch die drei Filme der „Austin-Powers"-Reihe wieder mehr Aufwind. Seine neuesten Kino-Engagements waren 2014 „The Hungover Games" und 2017 der Science-Fiction-Thriller „What happened to Monday?". Im Fernsehen, wo der junge Wagner in 66 Episoden der Serie „Ihr Auftritt, Al Mundy" und später in 111 Folgen von „Hart, aber herzlich" zum Publikumsliebling wurde, wirkte er zuletzt mit in einigen Folgen von „Hope and Faith" (2003−06), „Boston Legal" (2006), „Two and a half men" (2007−08), „Navy CIS" (sporadisch seit 2009), „Futurama" (2013) und „Hot in Cleveland" (2014).

Auch als Autor hat sich Wagner versucht: Sein Erstling „Pieces of my Heart" (2008) ist ein persönlicher Blick auf sein bisheriges Leben. In „You must remember this" fasste er 2014 seine Erinnerungen an das goldene Zeitalter Hollywoods zusammen und in „I loved her in the Movies" lässt er 2016 seine Filmpartnerinnen Revue passieren. In seinen Memoiren gestand er Affären unter anderem mit Joan Craw­ford, Elizabeth Taylor, Anita Ekberg, Joan Collins und der damals 23 Jahre älteren Barbara Stanwyck.

Wagner gestand viele Affären

Außerhalb des Filmbusiness ist Wagner auch als Sprecher für verschiedene Hypotheken-Gesellschaften tätig: seit 2005 für das Senior Lender Network, seit 2010 für die Guardian First Funding Group und seit 2011 auch für deren Nachfolger, die Urban Financial Group. Die Santa Monica Highschool hat den Schauspieler zudem als „Senior Class President" geehrt.

Zu seinen Hobbys zählt der inzwischen 89-Jährige, der mit Jill St. John in Aspen/Colorado lebt, vor allem Golf, das auch in seinem Alter noch Spaß mache. Außerdem nimmt Wagner regen Anteil an den Karrieren seiner drei Töchter: Katie (1964, von Marion Marshall) arbeitet beim Fernsehen, Natasha (adoptierte Tochter von Natalie Wood) ist Schauspielerin und Courtney (1974, gemeinsame Tochter mit Wood) hat sich als Künstlerin einen Namen gemacht. Es sei ihm immer wieder eine Freude, möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen.

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